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Lügengeschichte kostet Pensionistin 4000 Euro

28.09.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Pensionistin kam mit einer Geldstrafe von 4000 Euro davon.<span class="copyright">(Symbolbild) Hartinger</span>
Die Pensionistin kam mit einer Geldstrafe von 4000 Euro davon.(Symbolbild) Hartinger

Zeugin gab an, Ex-Freund ihrer Tochter habe sie niedergefahren.

“Was passiert sei, sei „menschlich schrecklich und extrem schade“, sagte Richter Martin Mitteregger in seiner Urteilsbegründung. Denn es handle sich um einen familiären Konflikt, von dem auch Kinder betroffen seien. Nach Ansicht des Richters hat die Angeklagte Anfang Mai als Zeugin in einer Polizeiinspektion im Bezirk Bregenz bewusst wahrheitswidrig angegeben, der beschuldigte Vater ihrer Enkelkinder habe sie mit seinem Auto niedergefahren, wohl in Tötungsabsicht. Er gehöre dafür eingesperrt.

Geldstrafe

Das trug der 70-jährigen Pensionistin in der Hauptverhandlung am Montag am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Vergehens der falschen Beweisaussage ein. Dafür wurde die unbescholtene Angeklagte zu einer Geldstrafe von 4000 Euro (200 Tagessätze zu je 20 Euro) verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Angeklagte nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch, Staatsanwältin Julia Müller verzichtete auf Rechtsmittel.

Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht mehr als drei Monaten Haft. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der 62-jährige Autolenker die Mutter seiner Ex-Lebensgefährtin nicht angefahren. Demnach ist die Fußgängerin auf der öffentlichen Zufahrtsstraße zu ihrem Haus einige Meter vor dem Pkw ohne Fremdeinwirkung gestolpert und gestürzt. Dabei hat sie sich unter anderem eine Schädelprellung zugezogen.

Der 62-Jährige wollte seine beiden Kinder wie vereinbart zurückbringen. Die Angeklagte versucht zu verhindern, dass der Ex-Partner ihrer Tochter bis zu ihrem Haus vorfährt, für das er mit einem Betretungsverbot belegt worden ist.

Abgeschwächt

Vor Gericht schwächte die Angeklagte ihre Unfallschilderung ab und sagte, sie sei quasi ins Auto gelaufen. Sie habe mit ihren Händen versucht, den Pkw an der Weiterfahrt zu hindern. Dabei sei sie gestolpert und gestürzt.

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