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Ex-Freundin um Geld betrogen und verleumdet

29.09.2021 • 20:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Richter Dietmar Nußbaumer verurteilt den Angeklagten.  <span class="copyright">Symbolbild Lerch</span>
Richter Dietmar Nußbaumer verurteilt den Angeklagten. Symbolbild Lerch

18 Monate bedingt für Mann, der von Ex-Freundin 35.000 Euro abzweigte.

Mit dem Smartphone seiner Ex-Lebensgefährtin hat der geständige Angeklagte am 10. August per Online-Banking von ihrem Konto 35.000 Euro auf sein Bankkonto überwiesen. Dennoch hat der Kläger am 17. September in einem Zivilprozess angegeben, sie verdächtige ihn bewusst wahrheitswidrig der Transaktionen. Dafür wurde der Angeklagte am Mittwoch in einem Strafprozess am Landesgericht Feldkirch wegen des Vergehens des betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs und des Verbrechens der Verleumdung schuldig gesprochen.

Urteil

Richter Dietmar Nußbaumer verurteilt den unbescholtenen und geständigen Angeklagten zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von 18 Monaten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Staatsanwältin Melanie Wörle und der von Andrea Rinderer verteidigte Beschuldigte nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die Sanktion ist eine milde, weil die Haftstrafe für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung nachgesehen wurde. Und der netto 1950 Euro verdienende Angestellte muss ja auch keine Geldstrafe bezahlen. Zu bezahlen hat er allerdings dem Staat die betrügerisch erworbenen 35.000 Euro, falls er dem Opfer keinen Schadenersatz leistet.

Zunächst Freispruch gefordert

Zu Beginn der Gerichtsverhandlung hatte Verteidigerin Rinderer noch einen Freispruch beantragt, weil ihr Mandant unschuldig sei. Dann legte aber Privatbeteiligtenvertreter Sanjay Doshi dem Richter das Handy der Geschädigten mit den Standortdaten vor. Daraus geht hervor, dass der Angeklagte zur fraglichen Zeit das Smartphone nach dem Treffen mit seiner Ex-Freundin in einem Lokal mit nach Hause genommen hat. Daraufhin bekannte sich der Angeklagte doch schuldig.

Anklage ausgedehnt.

Der Mann aus dem Bezirk Bludenz führt am Landesgericht auch einen Zivilprozess gegen seine Ex-Partnerin. Dabei fordert er von ihr die Rückgabe von 85.000 Euro, die er ihr während ihrer Beziehung geschenkt hatte. Der Kläger argumentiert bei seiner Schenkungsanfechtung schriftlich damit, die Beklagte habe ihn bewusst falsch als Betrüger bei der Überweisung der 35.000 Euro verdächtigt. In Wahrheit habe sie selbst die Überweisungen auf sein Konto vorgenommen. Wegen der falschen Verdächtigung im Zivilverfahren dehnte Staatsanwältin Melanie Wörle am Ende des Strafprozesses die Anklage auf Verleumdung aus. Doshi sprach sogar von versuchtem Prozessbetrug.g.

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