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Wälder Firma gehackt: 660.000 Euro umgeleitet

30.09.2021 • 20:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Symbolfoto Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. Symbolfoto Hartinger

Zwei Jahre teilbedingte Haft für Moldawier, der für Hacker-Bande Konto eröffnete.

Betrügende Computerhacker veranlassten im Mai 2020 ein gutgläubiges Bregenzerwälder Unternehmen, 660.000 Euro auf ihr belgisches Konto zu überweisen. Das Bankkonto in Belgien hatte der angeklagte Moldawier mit einem gefälschten rumänischen Ausweis eingerichtet. Nach den gerichtlichen Feststellungen haben unbekannte Täter den E-Mail-Account eines Bregenzerwälder Unternehmens gehackt. Die Hacker schrieben einem anderen Bregenzerwälder Unternehmen eine Mail und ersuchten um Überweisung der fälligen Zahlung von 660.000 Euro auf das von ihnen angelegte Konto. Die Mail sah aus, als ob sie jenes Unternehmen verfasst hätte, das Anspruch auf die Zahlung hatte. Die zahlungspflichtige Firma überwies das Geld auf das Konto der Betrüger.

Umgeleitetes Geld sichergestellt

Bevor die Hacker ihr Konto beheben konnten, gelang es alarmierten belgischen Behörden, das betrügerisch umgeleitete Geld sicherzustellen. Inzwischen ist eine Rücküberweisung an das geschädigte Bregenzerwälder Unternehmen erfolgt.
Der Leitende Feldkircher Staatsanwalt Wilfried Siegele sagte, mit der sogenannten BEC-Betrugsmasche seien im Vorjahr durch das Hacken und Fingieren von Firmen-Mails nach FBI-Schätzungen weltweit 1,8 Milliarden Dollar herausgelockt worden. BEC ist die Abkürzung für Business E-Mail Compromise.

Urteil

Wegen schweren Betrugs wurde der unbescholtene und geständige 42-Jährige am Donnerstag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Haftstrafe von 24 Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil acht Monate Gefängnis. 16 Haftmonate wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung nachgesehen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher, mit dem der Angeklagte und Chef-Staatsanwalt Wilfried Siegele einverstanden waren, ist bereits rechtskräftig. Der Strafrahmen für das Verbrechen belief sich auf ein bis zehn Jahre Gefängnis.

In Frankreich festgenommen.

Der angeklagte Bauarbeiter wurde als Mittäter und Mitglied einer kriminellen Hacker-Bande verurteilt. Der mit einem europäischen Haftbefehl gesuchte Moldawier wurde im Juli bei einer Verkehrskontrolle in Frankreich festgenommen. Im August wurde der verheiratete Vater von drei Kindern nach Österreich ausgeliefert und in Feldkirch in Untersuchungshaft genommen. Der 42-Jährige sagte vor Gericht, er kenne seine Mittäter, nenne aber ihre Namen nicht.

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