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Studie: Tourismus ist gut für Vorarlberg

04.10.2021 • 22:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Bevölkerung denkt positiv über den Tourismus im Land. <span class="copyright">Vorarlberg Tourismus/Kaiser</span>
Die Bevölkerung denkt positiv über den Tourismus im Land. Vorarlberg Tourismus/Kaiser

76,7 Prozent der Vorarlberger sehen den Tourismus im Land positiv.

Der Tourismus hat für Vorarlberg eine große Bedeutung. Das ist insgesamt das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage, die im Frühjahr dieses Jahres unter 1329 in Vorarlberg lebenden Personen durchgeführt wurde. Die Befragung fand im Rahmen des laufenden Tourismusstrategie-2030-Prozesses statt, um zu erfahren, wie die Vorarlberger Bevölkerung über den Tourismus denkt, teilte die Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) in einer Aussendung mit.

„Dabei stimmen 91,3 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Tourismusbranche ein wichtiger Arbeitgeber ist. 88,8 Prozent sehen im Tourismus einen bedeutenden Wirtschaftszweig, vor allem für die Talschaften (85,1 Prozent), der die Kaufkraft steigert und zum Wohlstand des Landes beiträgt (Zustimmung: 79,9 Prozent)“, erklärte Studienautor Peter Vogler vom Institut für Partizipation & Analyse. Die Einbindung von betroffenen Gemeinden/Regionen bzw. von Einheimischen empfindet mehr als ein Drittel als gut, ein Drittel als mittelmäßig und knapp ein Drittel als ausbaufähig.

Einige Detailergebnisse

94,3 Prozent der Befragten sehen den Winterurlaub als besonders attraktiv für Vorarlberg, 78,7 Prozent den Sommerurlaub. Nur 45,2 Prozent halten Pauschalreise für eine attraktive Urlaubsform fürs Land.

61,6 Prozent finden, dass sich der Tourismus positiv auf sie auswirke. 41,3 Prozent geben an, dass sie in ihrem Beruf bzw. Alltag selten bis nie mit Touristen in Kontakt kommen, weitere 22,4 Prozent manchmal.

44,1 Prozent sehen positive Auswirkungen des Tourismus auf die ökologische Entwicklung. 18 Prozent sehen diese Auswirkungen kritisch, 11,6 Prozent sehr kritisch und 27 Prozent teils/teils.

39 Prozent sehen positive Auswirkungen auf Infrastruktur und Freizeiteinrichtungen, insbesondere im Gastro- und Kulinarikbereich (71,4 Prozent). Für 77,6 Prozent ist aber der Verkehr ein Problem.

Für Tourismuslandesrat Christian Gantner ist der Umstand, dass über drei Viertel der Bevölkerung dem Tourismus in Vorarlberg positiv gegenüber stehen, eine sehr erfreuliche Basis, auf der sich aufbauen lässt. „Dieser hohe Zuspruch gründet vor allem auf der Art und Weise, wie wir Tourismus in Vorarlberg leben. Nämlich authentisch und qualitätsvoll“, meinte Gantner. Wirtschaften in Talschaften und Bergregionen müsse möglich sein, da sonst die Gefahr einer Abwanderung bzw. einer landschaftlichen Veränderung bestehe, fügte er hinzu. „Käseglocken-Naturschutz ist für mich nicht nachhaltig. Der Tourismus ist Impuls- und Zukunftsgeber für unsere Regionen“, so Gantner.

Präsentierten die Studie: Peter Vogler, Markus Kegele, Christian Gantner (v.l.).  <span class="copyright">Daniel Mauche</span>
Präsentierten die Studie: Peter Vogler, Markus Kegele, Christian Gantner (v.l.). Daniel Mauche

Die Erkenntnisse aus der Umfrage geben laut den Verantwortlichen wesentliche Rückschlüsse auf Stärken und Entwicklungspotenziale des Vorarlberger Tourismus. „Wir freuen uns, dass durch die große Beteiligung an der Umfrage mit 270 freien Textnennungen (siehe links, Anm.) ein wichtiger Input für den Strategieprozess geliefert wurde. Wichtig ist uns als Branche dabei, Tourismus neu zu denken und die vorhandenen Strukturen weiterzuentwickeln. Das wollen wir unter einer breiten Beteiligung der Bevölkerung tun“, betonte Tourismus-Spartenobmann Markus Kegele.

Die Evaluierung habe die in der Pandemie spürbar gewordene volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Vorarlberg bestätigt. Daran knüpfe auch eine Wertschöpfungsstudie an, die am 22. Oktober vorgestellt werde, so Kegele. „Aber es wird auch klar aufgezeigt, dass wir noch einige Arbeit vor uns haben, um die Bedeutung des Tourismus im Bewusstsein der Bevölkerung noch tiefer zu verankern.“

Rückmeldungen

Bei der Umfrage war es möglich, Anmerkungen hinzuzufügen. Im Folgenden einige davon:

„Qualität statt Quantität als landesweites Credo mit gleichzeitiger Vermeidung von Massentourismus. Auf Vorarlbergs kleinstrukturierten Aufbau setzen.“ – „Höhere Sensibilität bei sogenannten Investorenprojekten/-modellen und Zweitwohnsitzen/Ferienwohnungen walten lassen.“ – „Interessen Einheimischer priorisieren und bei der touristischen Angebotsentwicklung mitberücksichtigen.“ – „Die künftigen Chancen und Herausforderungen für den Tourismus stärker berücksichtigen und die Systeme mittels innovativer Technologien inkl. der Digitalisierung darauf ausrichten.“ – „Tourismus mit anderen Sektoren der Wirtschaft, mit der Landwirtschaft sowie der Kultur noch enger verknüpfen.“