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Haft: Gewalttäter stürmten Wohnung

07.10.2021 • 20:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die zwei Männer wurden am Landesgericht Feldkirch verurteilt.   <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die zwei Männer wurden am Landesgericht Feldkirch verurteilt. Klaus Hartinger

24 und 20 Monate Gefängnis für zwei mehrfach vorbestrafte junge Männer.

Der in konfliktreichen Beziehungen lebende Erstangeklagte wollte nach Angaben seiner Verteidigerin seine 26-jährige Gattin mit Gewalt aus der Wohnung seiner Schwiegermutter holen. Der 34-Jährige trat deshalb zusammen mit seinem 27-jährigen Komplizen im April in der Bodenseegemeinde die Wohnungstür ein. Bewaffnet mit Knüppeln, stürmten die beiden Angeklagten nach den gerichtlichen Feststellungen die Wohnung.

Danach schlugen die Eindringlinge nach Ansicht von Richter Thomas Wallnöfer mit Holzprügeln auf den Lebensgefährten der Schwiegermutter des Erstangeklagten ein. Das Gewaltopfer kam mit zwei Platzwunden glimpflich davon. Die Schläge auf den Kopf wertete der Strafrichter am Donnerstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch als Verbrechen der schweren Körperverletzung.

Vorstrafe

Dafür und wegen Hausfriedensbruchs wurde der mit vielen Vorstrafen belastete Erstangeklagte zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt. Über den ebenfalls mehrfach vorbestraften Zweitangeklagten wurde eine Haftstrafe von 15 Monaten verhängt. Hinzu kamen bei ihm offene neun Haftmonate aus einer Vorstrafe wegen schwerer Körperverletzung. Damit beläuft sich die Gesamtstrafe für den 27-Jährigen auf 24 Monate Gefängnis.

Als Teilschmerzengeld haben die Angeklagten dem Opfer 500 Euro zu bezahlen. Keines der Urteile ist rechtskräftig. Die Angeklagten und Staatsanwältin Daniela Forster nahmen Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Haft.

Pistole in der Hand

Noch nicht geurteilt wurde über den Vorwurf, die beiden jungen Männer hätten auch die Schwiegermutter des Erstangeklagten mit Schlägen verletzt. Die 55-jährige Zeugin sagte vor Gericht, ihr sei auf den Rücken geschlagen worden. Weil einer der Angeklagten eine Pistole in der Hand gehabt habe, sei sie derart erschrocken, dass sie aus dem geöffneten Fenster rund einen Meter tief gefallen sei.

Bestraft wurde ihr Lebensgefährte. Er war nach Überzeugung des Richters nicht nur Opfer, sondern auch Täter. Der unbescholtene Drittangeklagte kam für die vom Strafrichter festgestellte versuchte Körperverletzung mit einer diversionellen Geldbuße von 350 Euro und damit ohne Vorstrafe davon. Rechtskräftig freigesprochen wurde der Mann vom Vorwurf der Körperverletzung, weil er in Notwehr zurückgeschlagen hat. Die Geldbuße erhielt er, weil er tätlich vorgegangen ist, als er nicht mehr angegriffen wurde.

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