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Jugendlicher Kokain verkauft: Haftstrafe

08.10.2021 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte hat der 16-Jährigen Kokain und Marihuana verkauft.     <span class="copyright">APA/KARMANN</span>
Der Angeklagte hat der 16-Jährigen Kokain und Marihuana verkauft. APA/KARMANN

Sieben Monate teilbedingt: 31-Jähriger verkaufte 16-Jähriger Drogen.

Der Angeklagte hat nach Überzeugung des Richters einer Minderjährigen in einem halben Jahr sieben Mal Drogen verkauft und selbst in geringen Mengen Marihuana konsumiert. Dafür wurde der mit zwei einschlägigen Vorstrafen belastete Angeklagte am Freitag am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte (womöglich mit einer Fußfessel), zu verbüßende Teil zwei Monate Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Schuldspruch erfolgte wegen unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen.

Verfallsbetrag

Zwischen Dezember 2020 und Mai 2021 hat der 31-jährige Syrer nach den gerichtlichen Feststellungen der zunächst 15 und dann 16 Jahre alten Tochter seiner Ex-Freundin zwei Gramm Kokain und fünf Gramm Marihuana verkauft. Demnach verlangte der Angeklagte pro Gramm Kokain 100 Euro und fürs Gramm Marihuana 10 Euro. Seine vom Gericht angenommenen Brutto-Einnahmen von 250 Euro muss der Arbeiter als sogenannten Verfallsbetrag der Republik Österreich abliefern.

Richter Andreas Böhler hielt die belastenden Angaben der 16-jährigen Zeugin für glaubwürdig. Bei der Jugendlichen hatte die Polizei am 1. Mai ein halbes Gramm Kokain sichergestellt. Die Beschuldigte bezichtigte den Ex-Freund ihrer Mutter als ihren Drogenlieferanten.

Nicht schuldig

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Er arbeite in Österreich seit vier Jahren und müsse daher keine Drogen verkaufen. Er habe niemals Rauschgift verkauft, schon gar nicht an Jugendliche. Der Syrer meinte, die 16-Jährige belaste ihn deshalb zu Unrecht, weil er ihre Mutter verlassen habe.

Im Februar 2021 wurde der Angeklagte am Landesgericht rechtskräftig schuldig gesprochen, weil er seine Ex-Freundin geschlagen und dabei verletzt hat. Wegen versuchter schwerer Körperverletzung wurde der Vorbestrafte damals zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von fünf Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Die Staatsanwaltschaft beantragte nun vergeblich, dass der 31-Jährige auch die offenen fünf Haftmonate verbüßen muss. Trotz der Verurteilung im Februar habe der Angeklagte weiterhin Drogen verkauft, merkte der Richter an.

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