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Staudinger: Keine Freude mit neuer Kandidatin

11.10.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch-Parteichef Martin Staudinger (links) und Klubobmann Thomas Hopfner zeigten sich von der neuen Kandidatin überrascht. <span class="copyright">SPÖ</span>
Noch-Parteichef Martin Staudinger (links) und Klubobmann Thomas Hopfner zeigten sich von der neuen Kandidatin überrascht. SPÖ

Amtsinhaber Staudinger sieht abschätzigen Umgang mit anderen Kandidaten.

Noch-SPÖ-Parteichef Martin Staudinger und sein Nachfolgekandidat und Klub­obmann im Landtag, Thomas Hopfner, zeigten sich am Montag überrascht von der Kandidatur von Gabriele Sprickler-Falschlunger. Er sei nicht in die von der ehemaligen Parteivorsitzenden genannten Gespräche eingebunden gewesen, sagte Hopfner. Es sei allerdings legitim, dass sie sich der Wahl stellen wolle. Der Klubobmann will nun bis zum Landesparteitag am Samstag das Feld sondieren.

Kein Gestaltungsspielraum

Deutlichere Worte fand dagegen Staudinger. Er sei überrascht, dass seine „Vorgängerin meint, es noch einmal probieren zu müssen“, sagte er auf Anfrage. Zumal die Gräben, die sich in der Partei aufgetan hätten, aus ihrer Zeit als Chefin stammten. Schon damals habe sie das Amt als Vorsitzende übernommen, um in dieser Zeit die Weichen für die Zukunft zu stellen. Dies sei jedoch nicht gelungen. Denn als er die Rolle als Parteichef übernommen habe, habe er keinen Gestaltungsspielraum mehr gehabt – weder im Bezug auf die Kandidatenlisten für die Landtagswahl, noch was die Geschäftsführung der Partei betreffe.

Bereits vier Bewerber im Rennen

Es könne auch keine Rede davon sein, dass Sprickler-Falschlunger eine „Kompromisskandidatin“ sei, betonte Staudinger. Schließlich seien die anderen Kandidaten nach wie vor im Rennen. Der Harder Bürgermeister kritisiert auch die Vorgehensweise seiner Vorgängerin. Es sei den Mitbewerbern und dem Amt gegenüber „abschätzig“, nicht einmal mehr eine Woche vor dem Landesparteitag die eigene Kandidatur anzukündigen. Immerhin habe es bereits vier Bewerber für den Parteivorsitz gegeben. „Das sind vier Mal so viele wie üblich“, meinte Staudinger. Zudem habe Sprickler-Falschlunger mit drei der Kandidaten ein persönliches Gespräch gesucht. Thomas Hopfner und er seien im Anschluss an dieses nur per SMS über ihr Vorhaben informiert worden. Der Noch-Parteichef sah darin einen „asymetrischen Umgang“.

Die aufgeheizte Situation habe sich in der vergangenen Woche eigentlich beruhigt, meinte Staudinger. Wie es nun bis zum Parteitag am Samstag weitergeht, konnte er gestern nicht sagen, weil „sich jeden Tag so viel ändert“.