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Betrugsopfer rächte sich mit Gewalt

13.10.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Geldstrafe: Betrogener Taxilenker brach geflüchtetem Fahrgast die Nase.

Der angeklagte Taxilenker wurde nach eigenen Angaben im Mai in Dornbirn von zwei Fahrgästen um den Fuhrlohn von 10,10 Euro betrogen. Er rannte einem der Flüch­tenden nach, holte ihn ein und beging dann Selbstjustiz. Der Angeklagte trat nach den gerichtlichen Feststellungen dem auf den Boden gestürzten Geflüchteten ins Gesicht. Dabei erlitt der Fahrgast einen verschobenen Nasenbeinbruch.

Drei Jahre Probezeit

Das trug dem Taxifahrer am Dienstag am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzung ein. Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1920 Euro (480 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 960 Euro. Die anderen 960 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen.

Der Taxifahrer wurde am Dienstag im Landesgericht Feldkirch verurteilt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Taxifahrer wurde am Dienstag im Landesgericht Feldkirch verurteilt. Hartinger

Das Urteil, das der von Gernot Klocker verteidigte Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte Geldstrafe entspricht acht Monaten Haft. Als Teilschmerzengeld hat der Angeklagte dem Verletzten 600 Euro zukommen zu lassen. Gegen den Fahrgast ist ein Strafverfahren wegen Betrugs anhängig.

Mildernd berücksichtigt

Dass der Taxilenker Opfer von mutmaßlichen Betrügern geworden sei, rechtfertige sein gewalttätiges Verhalten nicht, sagte Richterin Sabrina Tagwercher in ihrer Urteilsbegründung. Allerdings seien die Tatumstände bei der Strafbemessung mildernd berücksichtigt worden.

Gutachten

Die Strafrichterin stützte sich bei ihrem Schuldspruch auf das Gutachten des Innsbrucker Gerichtsmediziners Walter Rabl. Der Sachverständige erklärte die Verletzung mit stumpfmechanischen Einwirkungen und schloss als Ursache einen Sturz aus. Der Angeklagte behauptete, der Fahrgast sei gestürzt und habe sich dabei die Nase gebrochen.

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