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Bestraft für tödlichen Arbeitsunfall

13.10.2021 • 18:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der verletzte 13-Jährige wurde ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht, erlag dort aber später seinen Verletzungen. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Der verletzte 13-Jährige wurde ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht, erlag dort aber später seinen Verletzungen. Symbolbild/Hartinger

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe wegen grob fahrlässiger Tötung.

Bei einem Arbeitsunfall in einem Unternehmen in Doren kam am 20. August 2020 ein 13-jähriger Bub ums Leben. Der Sohn eines deutschen Lkw-Fahrers wurde bei Verladearbeiten von einem umkippenden Stahlträger am Kopf getroffen. Der junge Deutsche starb an den dabei erlittenen Verletzungen zwei Tage später im Landeskrankenhaus Feldkirch.

Für den Arbeiter gab es eine Geldstrafe und eine bedingte Haftstrafe. <span class="copyright">Hartinger</span>
Für den Arbeiter gab es eine Geldstrafe und eine bedingte Haftstrafe. Hartinger

Für den Tod des Jugendlichen wurde ein Lagerarbeiter des Unternehmens strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Der unbescholtene Angeklagte mit dem Netto-Monatseinkommen von 1800 Euro wurde am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch wegen grob fahrlässiger Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1080 Euro (60 Tagessätze zu je 18 Euro) verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht umgerechnet sieben Monaten Haft.

Nicht fachgerecht befestigt

Nach Ansicht von Richter Dietmar Nußbaumer hat der Angeklagte Sicherheitsvorschriften missachtet und so grob fahrlässig den Tod des 13-Jährigen verschuldet und dessen Vater gefährdet. Demnach hat der 55-Jährige den 719 Kilogramm schweren Stahlträger, der auf den Lkw des Vaters des 13-Jährigen geladen werden hätte sollen, nicht fachgerecht am Ladekran befes­tigt. Der Lasthaken befand sich nicht über dem Schwerpunkt des Stahlträgers. Deshalb kippte die schwere Last um und traf den Minderjährigen. Zudem hat der Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen nicht dafür gesorgt, dass sich im Gefahrenbereich niemand befand. Auf der einen Seite des Stahlträgers stand der 13-Jährige und auf der anderen dessen Vater. Sie versuchten, den Stahlträger zu stabilisieren.

Staatsanwältin sprach Beileid aus

Verteidigerin Christina Lindner meinte, ihr Mandant habe sich fahrlässig verhalten, aber nicht grob fahrlässig. Er sei mit der Bürde des von ihm zu verantwortenden Todes des Buben schon genug gestraft. Staatsanwältin Melanie Wörle sprach nicht nur der Familie des Verstorbenen ihr Beileid aus, sondern auch dem Angeklagten. Der 55-Jährige sagte, er habe jeden Tag Bilder von dem tragischen Unfall in seinem Kopf. Was passiert sei, könne er nicht mehr vergessen.