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Umsatzplus nach turbulentem Jahr

13.10.2021 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Stammsitz des Unternehmens ist in Schwarzach.   <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Der Stammsitz des Unternehmens ist in Schwarzach. Dietmar Stiplovsek

Hefel Textil verzeichnete im Jahr 2020 höchsten Umsatz seit Bestehen.

Der Bettwarenhersteller Hefel Textil GmbH hat im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 16,1 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Plus von sieben Prozent gegenüber 2019 und das knapp höchste Geschäftsvolumen seit Bestehen des Unternehmens. Das erklärte die geschäftsführende Gesellschafterin Ulrike Hefel.
Allerdings sei das Geschäftsjahr 2020 sehr turbulent verlaufen. Nach einem Umsatzplus von rund 20 Prozent in den ers­ten drei Monaten habe es im zweiten Quartal während des ersten Lockdowns mit mehr als minus 40 Prozent einen nahezu historischen Umsatzeinbruch gegeben. „Das zweite Halbjahr hat uns dann jedoch wieder ein Umsatzplus beschert, wie wir es noch nie erlebt haben“, so Hefel. Unter dem Strich sei sich deshalb ein deutliches Wachstum ausgegangen. Auch die Ertragssituation sei zufriedenstellend positiv ausgefallen. Das bestätigt ein Blick in den Jahresabschluss 2020. Dieser zeigt auch eine Eigenmittelquote von 53,5 Prozent.

Ungebrochene Nachfrage

Die starke Nachfrage nach den Bettdecken, Kissen und der Bettwäsche sowie den Unterbetten von Hefel scheint jedoch auch heuer ungebrochen. Nach den ersten drei Quartalen 2021 liege man beim Umsatz bei einem Plus von knapp 15 Prozent, so Ulrike Hefel. „Wir gehen jedenfalls davon aus, dass wir das Gesamtjahr 2021 mit einem knapp zweistelligen Umsatzzuwachs abschließen können.“
Das Interesse der Kunden aus mehr als 50 Ländern (Exportanteil 54 Prozent) sei weltweit und „auf breiter Front“ gegeben. Die Kapazitäten an den Hefel-Produktionsstandorten in Schwarzach und Kefermarkt (OÖ) seien zu 100 Prozent ausgelastet. Es gebe eigentlich keinen Produktbereich, bei dem man kein Plus verzeichne. Gerade die Produkte mit dem Schwerpunkt „Bio“ und „Nachhaltigkeit“ sowie „Gesundheit“ würden besonders stark anziehen. Zudem habe auch die Wahrnehmung von Hefel Textil als kompetenter und verlässlicher Lieferant im Bereich Daunen zugelegt, ist sich Hefel sicher.

Die geschäftsführende Gesellschafterin Ulrike Hefel. <span class="copyright">Neue-Archiv/Ritter</span>
Die geschäftsführende Gesellschafterin Ulrike Hefel. Neue-Archiv/Ritter

Die Nachfrage habe jedoch auch dazu geführt, dass es Hefel Textil derzeit nicht mehr möglich sei, den Bestand im Fertigwarenlager aufzustocken. „Es wird deutlich mehr nachgefragt, als wir produzieren können“, sagte Hefel. Deshalb hätten sich die Lieferzeiten für die Kunden entsprechend verlängert. Eine Preissteigerung auf der Einkaufsseite, etwa bei den Füllungen, erwarte man erst ab 2022.

Um dieser Entwicklung bei der Nachfrage noch besser begegnen zu können, rüstet Hefel Textil den Maschinenpark weiter auf. So wurde schon im vergangenen Jahr eine neue Daunenfüllanlage in Schwarzach in Betrieb genommen, ebenso wie zwei überbreite Webautomaten. Nächstes Jahr soll in Kefer­markt ein neuer Steppautomat seine Arbeit aufnehmen. Dadurch könne man die Produktionskapazitäten dort um 30 Prozent steigern. Das gesamte Investitionsvolumen beziffert Hefel mit rund 450.000 Euro. Damit einher geht auch der Bedarf nach mehr Mitarbeitern. So sei man aktuell auf der Suche nach zumindest zehn zusätzlichen Beschäftigten. Aktuell arbeiten an den beiden Standorten rund 140 Mitarbeiter.

Hefel Textil

Das Unternehmen mit Stammsitz in Schwarzach gehört zu jeweils 50 Prozent den Familienstämmen Robert und Josef Hefel. Das Unternehmen wird von den beiden Geschäftsführern und Miteigentümern Dietmar Hefel und Ulrike Hefel geführt.

Hefel Textil vertreibt seine Produkte bislang fast zur Gänze über Einzel- und Großhändler (Fachhandel) sowie über Objektausstatter und Möbelhäuser, also über den B2B-Bereich. Allerdings kommt das traditionsreiche Familienunternehmen durch die steigende Bedeutung des E-Commerce auch nicht an hybriden Vertriebsmodellen vorbei.

So gibt es seit dem Vorjahr einen eigenen Onlineshop für Schweizer Kunden, heuer startete ein Onlineshop für private Käufer in China. Nächstes Jahr sollen Onlineshops für Frankreich und Benelux folgen. „Der direkte Verkauf an Privatkunden steckt noch in den Kinderschuhen. Allerdings möchten wir diesen Bereich in den kommenden Jahren schrittweise ausbauen“, sagt Hefel. Günther Bitschnau/wpa