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Zwölf Jahre Haft nach Mordversuch an Gattin

13.10.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Tat ereignete sich am 30. Juli 2020 in Lustenau. <span class="copyright">Vol.at</span>
Die Tat ereignete sich am 30. Juli 2020 in Lustenau. Vol.at

Berufungsrichter erhöhten Freiheitsstrafe um zwei Jahre.

Wegen versuchten Mordes wurde der unbescholtene 76-Jährige am Dienstag in der Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) rechtskräftig zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Der Berufungssenat unter dem Vorsitz von Richter Thomas Lechner erhöhte damit die Freiheitsstrafe um zwei Jahre. In erster Instanz hatte das Landesgericht Feldkirch im April die Mindeststrafe von zehn Jahren verhängt. Der Strafrahmen betrug 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft.

Nichtigkeitsbeschwerde

Der wegen Mordversuchs ergangene Schuldspruch wurde schon im August rechtskräftig. Damals hat der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurückgewiesen. Fünf der acht Feldkircher Geschworenen schlossen sich im April der Ansicht von Staatsanwältin Julia Berchtold an und werteten die Tat als versuchten Mord und nicht nur als absichtlich schwere Körperverletzung.

Auf den Kopf geschlagen

Der Türke hat nach den gerichtlichen Feststellungen am 30. Juli 2020 in seinem Lustenauer Haus mit dem stumpfen Teil eines Beils zumindest vier Mal wuchtig auf den Kopf seiner Gattin geschlagen und sie dabei vorübergehend lebensgefährlich verletzt.

Der Mann stand am 22. April 2021 in Feldkirch vor Gericht. <span class="copyright">NEUE</span>
Der Mann stand am 22. April 2021 in Feldkirch vor Gericht. NEUE

Unmittelbar davor hat die 78-Jährige laut Urteil ihrem Ehemann drei Mal mit einem Küchenmesser in den Oberkörper gestochen und ihm danach vier Schläge mit dem stumpfen Beil gegen den Kopf versetzt. Daraufhin hat er nach eigenen Angaben seinen Sohn telefonisch zu Hilfe gerufen und hernach mit dem Beil seine Frau attackiert.

Frau ist zurechnungsunfähig

Das wegen versuchten Mordes gegen die 78-Jährige geführte Ermittlungsverfahren hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch mangels Schuldfähigkeit eingestellt. Denn die Pensionistin war nach Überzeugung des psychiatrischen Gutachters Reinhard Haller schon derart dement, dass sie zurechnungsunfähig war und nicht mehr wusste, was sie tat. Nach Ansicht des Sachverständigen geht von ihr keine Gefahr mehr aus. Die Seniorin lebt inzwischen in einem Pflegeheim und konnte wegen ihrer Demenz zum Tatgeschehen keine Angaben machen. Der Angeklagte wurde vom Landesgericht dazu verpflichtet, ihr als Schadenersatz 17.000 Euro zu bezahlen.

Streit ums Essen

Der Angeklagte war, so Haller, zur Tatzeit eingeschränkt zurechnungsfähig. Der Psychiater erklärte die Eskalation des Ehestreits ums Essen mit der Depressivität des Angeklagten und der Demenz der 78-Jährigen.

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