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Im Zweifel Freispruch von Vergewaltigung

14.10.2021 • 20:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Hartinger

Für Schöffensenat war gewaltsames Vorgehen beim Sex nicht erwiesen.

Vom Hauptvorwurf der Vergewaltigung eines 14-Jährigen wurde der 19-jährige Erstangeklagte am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch im Zweifel freigesprochen. Der Schuldspruch erfolgte nur zur angeklagten versuchten Nötigung. Demnach hat der 19-Jährige zum 14-Jährigen gesagt, er werde ihn umbringen, wenn er jemandem von ihrer intimen Begegnung erzähle. Dafür wurde der unbescholtene Südosteuropäer zu einer teilbedingten Geldstrafe von 720 Euro (180 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu bezahlende Teil 360 Euro. Die anderen 360 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Als Schmerzengeld für die Drohung muss der junge Erwachsene dem Jugendlichen 200 Euro bezahlen.

Mit dem Handy gespielt

Freigesprochen wurde der Zweitangeklagte, ebenfalls ein 19 Jahre alter, unbescholtener Südosteuropäer, vom Vorwurf der Unterlassung der Verhinderung einer Straftat. Ihm wurde in der Anklageschrift zur Last gelegt worden, er habe die Vergewaltigung nicht verhindert. Er habe im Bett mit seinem Handy gespielt, als der mit ihm befreundete Erstangeklagte neben ihm den 14-Jährigen vergewaltigt habe, wurde ihm von der Staatsanwaltschaft zum Vorwurf gemacht.

Nichtigkeitsbeschwerde

Die Urteile, mit denen die von Emelle Eglenceoglu und Serpil Dogan verteidigten Angeklagten einverstanden waren, sind nicht rechtskräftig. Denn Staatsanwalt Julia Berchtold nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Opferanwältin Sandra Wehinger-Albrecht meldete eine Nichtigkeitsbeschwerde an.

Der 19-Jährige wurde nach dem Prozess aus der Untersuchungshaft in die Freiheit entlassen. <span class="copyright">Symbolbild/vol.at</span>
Der 19-Jährige wurde nach dem Prozess aus der Untersuchungshaft in die Freiheit entlassen. Symbolbild/vol.at

Für den Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher war nicht zweifelsfrei erwiesen, dass der 19-jährige Erstangeklagte aus dem Bezirk Dornbirn am 14. März beim Sex mit dem 14-Jährigen in seinem Bett Gewalt zur Anwendung gebracht hat. Verteidigerin Eglenceoglu sagte, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Der 14-Jährige habe unbedingt beim Bekannten seiner Familie übernachten wollen. Der 14-Jährige gab vor der Polizei und in seiner kontradiktorischen Einvernahme vor dem Rechtsschutzrichter zu Protokoll, er sei zum Sex gezwungen worden.

In die Freiheit entlassen

Der Erstangeklagte wurde am Donnerstag unmittelbar nach dem Schöffenprozess aus der Untersuchungshaft in die Freiheit entlassen. Die über ihn verhängte Geldstrafe muss er doch nicht bezahlen. Denn die U-Haft wurde auf die Geldstrafe angerechnet. Der 19-Jährige befand sich rund ein halbes Jahr lang im Gefängnis.