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Gerhard Milletich über den ÖFB

18.10.2021 • 15:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gerhard Milletich beobachtet Franco Foda und Peter Schöttel
Gerhard Milletich beobachtet Franco Foda und Peter Schöttel APA/BARBARA GINDL

Gerhard Milletich wurde in Velden zum neuen ÖFB-Präsidenten gekürt.

Zwei Gegenstimmen, die erwartungsgemäß von den Landespräsidenten aus Tirol und Salzburg gekommen waren, gab es, aber mit den anderen elf Stimmberechtigten in der ÖFB-Bundeshauptversammlung wurde Gerhard Milletich auch offiziell zum Nachfolger vom nunmehrigen Ehrenpräsidenten Leo Windtner ernannt. Der 65-Jährige fungierte seit 2012 als Präsident des burgenländischen Fußballverbandes und übte 27 Jahre lang das Amt des Obmanns beim SC/ESV Parndorf aus. Hauptberuflich führt Milletich als Miteigentümer die Geschäfte des Bohmann-Verlages. Am ersten Tag an der Spitze des größten Sportverbandes Österreichs sprach Milletich über …

… die Nachfolge von Leo Windtner: Es ist eine schöne Sache, einem Präsidenten wie ihm folgen zu können. Er war zwölf Jahre die Nummer eins und hat wirklich sehr viel geleistet. Ich weiß, mit welch großem Einsatz er tätig war. Dafür will ich ihm herzlich danken und gratulieren. Er hat mir aber mein Leben erschwert, weil ich mich bemühen muss, in diese Fußstapfen zu treten.

… das neue Trainingszentrum: Wir haben uns in der Präsidiumssitzung darauf verständigt, das Trainings- und Kompetenzzentrum in Wien-Aspern zu errichten. Am Donnerstag werden wir das nächste Gespräch mit der Arbeitsgruppe führen. Ich bin überzeugt, dass wir da etwas weiterbringen.

… ein neues Nationalstadion: Das ist im Moment kein Thema. Es würde die finanziellen Mittel des ÖFB übersteigen, wenn wir zwei solche Baustellen hätten. Wenn sich jemand findet, der ein Stadion errichtet, würden wir uns natürlich nicht wehren.

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… die Teamcheffrage: Der nächste Lehrgang im November wird sicher von Teamchef Franco Foda, der ja einen laufenden Vertrag hat, abgehalten werden. Es wäre sinnlos, mit einem neuen Teamchef in den November-Lehrgang zu gehen. Wir haben es nicht eilig. Immerhin war Franco Foda nicht unerfolgreich. Wir haben eine super EM vor einigen Monaten erlebt. Dass die Ergebnisse zuletzt sicher nicht zufriedenstellend sind, ist kein Geheimnis. Aber es wird von mir keinen Willkürakt geben. Wir müssen an diese Sache korrekt herangehen. Wir werden am Mittwoch einen Termin haben. In weiterer Folge werden wir uns mit den Experten, die in der Sportkommission sitzen, zusammensetzen. Mir ist es wichtig, solche Themen mit einer breiten Basis zu besprechen. Wir müssen nämlich eine Entscheidung finden, die nachhaltig funktionieren kann. Es könnte ja auch sein, dass Foda erfolgreich ist.

… andere ÖFB-Baustellen: Die Nachwuchs-Nationalteams haben zuletzt nicht die erhofften Ergebnisse eingefahren. Da gehört alles genau aufgerollt.

… seinen Führungsstil: Als Unternehmer weiß ich, dass ich auf meine Mitarbeiter angewiesen bin. Ich bin kein Polterer und keiner, der glaubt, immer recht haben zu müssen. Ich höre auf mein Umfeld.

… das Klima im ÖFB-Präsidium: Es ist nicht immer angenehm, aber jeder darf seine Meinung äußern. Mir wäre es lieber, dass dies im Präsidium passiert und nicht über die Medien. Ich werde für jeden ein offenes Ohr haben.

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