Allgemein

9 und 8,5 Jahre Haft für zwei Drogenbosse

20.10.2021 • 22:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Bande hatte 152 Kilogramm Marihuana für den Verkauf produziert.  <span class="copyright">Symbolbild Shutterstock</span>
Die Bande hatte 152 Kilogramm Marihuana für den Verkauf produziert. Symbolbild Shutterstock

OLG bestätigte rechtskräftig Strafen für Anführer einer Vorarlberger Drogenbande.

Wohl noch nie zuvor in Vorarlberg wurden Drogen derart professio­nell und im großen Stil erzeugt und dann verkauft wie in diesem Fall. Zwischen Juni 2018 und Juni 2020 hat eine Vorarlberger Bande nach Ansicht der Richter 152 Kilogramm Marihuana im Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro produziert. Davon wurden demnach 147 Kilo­gramm verkauft.

Dafür wurden die beiden unbescholtenen und geständigen Anführer der Gruppierung rechtskräftig zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt. Über den 35-jährigen Erstangeklagten wurden neun Jahre Gefängnis verhängt. Mit achteinhalb Jahren Haft wurde der 32-Jährige, von Olivia Lerch verteidigte Zweitangeklagte, bestraft.

Sanktionen bestätigt

Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) gab am Mittwoch den Strafberufungen der Angeklagten und der Staatsanwaltschaft keine Folge. Das teilte OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Damit wurden in der Berufungsverhandlung die Sanktionen bestätigt, zu denen sich der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Andreas Böhler im Februar am Landesgericht entschieden hat. Der Strafrahmen für die Verbrechen des Suchtgifthandels betrug 1 bis 15 Jahre Gefängnis.

Mit drei Jahren Haft kam der unbescholtene Drittangeklagte für seine Mithilfe an der Erzeugung von 73 Kilogramm Cannabis davon. Auch an der Strafe für den 45-jährigen Deutschen änderte sich in der zweiten Instanz nichts mehr. Die gerichtlichen Feststellungen zu den für Vorarl­berger Verhältnisse enormen Drogenmengen hat, wie berichtet, der Oberste Gerichtshof im September bestätigt. Damit wurden die Schuldsprüche wegen der Verbrechen des Suchtgifthandels rechtskräftig. Das Höchstgericht in Wien hat die Nichtigkeitsbeschwerden des Erst- und Zweitangeklagten zurückgewiesen.

Helfer verurteilt

Der Erstangeklagte und der Zweitangeklagte haben in Kellern von drei gemieteten Häusern in Dornbirn, Lustenau und Nüziders mit großen Indoor­plantagen mit bis zu beinahe 1000 Stecklingen Cannabis angebaut. Helfer, die als Mieter und Erntehelfer auftraten, wurden am Landesgericht bereits rechtskräftig zu Haftstrafen verurteilt. Der Prozess gegen angeklagte Helfer im Lustenauer Haus am Mittwoch am Landesgericht wurde vertagt.

Die beiden Bandenbosse wurden auch wegen Entziehung von Energie schuldig gesprochen. Demnach zweigte der 32-jährige Elektriker im Auftrag des 35-Jährigen Strom für die Cannabisplantagen ab. Dafür müssen sie den Vorarlberger Kraftwerken 37.000 Euro zurückzahlen.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.