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Vorarlberg bleibt ein teures Pflaster

20.10.2021 • 21:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer ein Einfamilienhaus kaufen will, muss tief in die Tasche greifen. <span class="copyright">Shutterstock/Symbolbild</span>
Wer ein Einfamilienhaus kaufen will, muss tief in die Tasche greifen. Shutterstock/Symbolbild

Preise für Einfamilienhäuser steigen weiter an, Angebot ist rückläufig.

Die Immobilienpreise steigen weiter und drohen langsam aber sicher zu explodieren. Wie der Maklerverbund Remax mitteilte, sind Einfamilienhäuser im ersten Halbjahr 2021 erneut teurer geworden, das Angebot aber immer noch rückläufig. Der typische Preis für ein Einfamilienhaus lag im österreichischen Durchschnitt bei 307.085 Euro und damit um 13,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

„Das Angebot ist zurückgegangen, weil nicht nur manche Kaufinteressenten, sondern auch manche Eigentümer ‚Grundbuch statt Sparbuch‘ bevorzugen und dann – aufgrund der Wirtschaftssituation und der Investmentmöglichkeiten – doch lieber auf Sicherheit setzen und einen ins Auge gefassten Verkaufstermin immer weiter vor sich herschieben. Die Alternative zum Hauskauf, der Hausbau, ist aufgrund der stark gestiegenen Grundstückspreise, und der ebenso explodierenden Hausbaupreise, für so manche außer Reichweite gerückt und das erhöht den Nachfragedruck bei den Gebrauchtimmobilien“, sagt Remax-Research-Experte Anton Nenning.

Bregenz am teuersten

Vorarlberg erweist sich als besonders teures Pflaster. So müssen im Durchschnitt im Bezirk Bregenz 673.082 Euro aufgebracht werden, was eine Steigerung von 18,2 Prozent zum Vorjahr bedeutet. Damit ist Bregenz auch der teuerste Bezirk in Vorarlberg. Die Häuserkäufe sind mit 47 dennoch um 30,6 Prozent gestiegen. Ebenfalls mehr Häuserkäufe als im Vorjahr gab es in Feldkirch, wo rund 60 Einfamilienhäuser verkauft wurden. Der durchschnittliche Preis beläuft sich hier auf 543.094 Euro.

Bludenz und Dornbirn

In Bludenz und Dornbirn hingegen macht sich der österreich­weite Trend auch bemerkbar. Während in Dornbirn mit 38 Häusern 29,6 Prozent weniger verkauft wurden, ist es in Bludenz mit 30 Einfamilienhäusern ein Minus von 11,8 Prozent. Der Durchschnittspreis in Dornbirn beläuft sich auf 644.238 Euro, in Bludenz sind es 468.938 Euro und ist somit am billigsten in Vorarlberg. Alles in allem bedeutet dies einen Rückgang von 3,3 Prozent in Bezug auf Einfamilienhäuser. Der Gesamtwert dieser Immobilien beläuft sich im Ländle auf 107,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Burgenland wurden 341 Häuser verkauft, wobei der Gesamtwert nur 62,1 Millionen Euro ausmacht.

„Das Einfamilienhaus erfreut sich in Österreich weiterhin großer Beliebtheit. Die Nachfrage hat sich pandemiebedingt nochmals verstärkt, gleichzeitig ist das Angebot im Jahresvergleich weiter deutlich zurückgegangen“, erklärt Remax-Austria-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer. Diese Kombination und das historisch niedrige Zinsniveau hätten in weiten Teilen des Landes zu spürbaren Preissteigerungen geführt. „Für das kommende Jahr erwarten wir eine leichte Entspannung am Einfamilienhausmarkt, sowohl beim Angebot als auch beim Preis.“

Kitzbühel Nummer eins

Für Vorarlberg bedeutet das, dass die Käufer zwischen 44.402 und 112.707 Euro mehr aufbringen müssen als noch im Vorjahr. Das teuerste Pflaster blieb aber der Bezirk Kitzbühel – der typische Preis lag bei 2,1 Millionen Euro und damit um 40 Prozent höher als im Vorjahr.

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