Allgemein

Flüchtlinge dürften in Klein-Lkw erstickt sein

21.10.2021 • 22:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Flüchtlinge dürften in Klein-Lkw erstickt sein
APA/ROBERT JAEGER

Zeugeneinvernahmen noch nicht abgeschlossen, vom Schlepper fehlt jede Spur.

Nach dem Tod zweier syrischer Flüchtlinge in einem Klein-Lkw am Dienstag im Burgenland befand sich der Schlepper nach wie vor auf der Flucht, sagte Polizeisprecher Herbert Marban am Mittwoch gegenüber der APA. Weiterhin wurden die Migranten mit Hilfe eines Dolmetschers befragt. Die Todesursache der zwei Männer stand vorerst noch nicht fest, sie sollen obduziert werden. Am Donnerstag heißt es, dass die Flüchtlinge – zwei Männer zwischen 25 und 30 Jahren – wohl im Klein-Lkw erstickt sein dürften.

Soldaten des Bundesheeres hatten am Dienstag an der ungarischen Grenze bei Siegendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) zwei tote Flüchtlinge in einem Klein-Lkw entdeckt. In diesem befanden sich 27 weitere Syrer. Der Fahrer war bei der Kontrolle sofort in Richtung Ungarn geflüchtet, nach ihm wird weiterhin gefahndet.

“Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Vielleicht ergeben sich aus den Angaben der Geschleppten interessante Hinweise”, noch seien nicht alle Personen als Zeugen einvernommen worden, erklärte Marban. Die 27 aufgegriffenen Flüchtlingen seien gut versorgt worden, derzeit warten sie auf ihre Befragung.

Bisher keine Asylanträge gestellt

Bisher haben sie keinen Asylantrag gestellt. Man gehe aber davon aus, dass sie das noch tun könnten – vorerst waren sie nach dem Vorfall aber “mit anderen Sorgen belastet”, sagte Marban. Sollten sie noch Asyl beantragen, werde man sie den Asylbehörden übergeben.

Flüchtlinge dürften in Klein-Lkw erstickt sein
Spurensicherer am TatortAPA

Bis 28. September sind laut Innenministerium in Österreich 27.300 Menschen aufgegriffen worden, die ins Land “geschleppt”, rechtswidrig eingereist oder aufhältig waren. Davon entfallen alleine auf das Burgenland 11.400 Personen. Aktuell beträgt die Zahl der Aufgegriffenen etwa 30.000, wobei diese hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Bangladesch und Somalia stammen. Wegen Schlepperei gab es bis Ende September 280 Anzeigen, die mittlerweile auf rund 300 angewachsen sind.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.