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Vorarlbergs Metaller zeigen sich kämpferisch

29.10.2021 • 19:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Angesichts stockender Verhandlungen stehen Warnstreiks im Raum.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Vorarlberger Metallbetrieben drohen angesichts der stockenden Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag mit Warnstreiks. Darüber informierte am Freitag Wolfgang Fritz, Landesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE, in einer Aussendung. Die Betroffenen seien „sauer und bereit für Warnstreiks“, berichtete der Gewerkschafter.

Kampfmaßnahmen beschlossen

An allen großen Vorarlberger Metallbetrieben habe es in dieser Woche Betriebsversammlungen mit insgesamt über 2000 Teilnehmern gegeben. Diese seien dabei über den aktuellen Stand in den Verhandlungen mit dem Fachverband Metalltechnische Industrie (FMTI) informiert worden. Zugleich seien Kampfmaßnahmen beschlossen worden, falls es zu keinem Einlenken der Arbeitgeberseite komme, betonte Fritz.

In den Betriebsversammlungen wurde über Kampfmaßnahmen abgestimmt.<span class="copyright"> ÖGB Vorarlberg</span>
In den Betriebsversammlungen wurde über Kampfmaßnahmen abgestimmt. ÖGB Vorarlberg

Drei Verhandlungsrunden sind in Wien bereits ohne Erfolg über die Bühne gegangen. Aufgrund des mangelnden Entgegenkommens auf die Forderungen der Gewerkschaften PRO-GE und GPA sind daher österreichweit erste Betriebsversammlungen abgehalten worden. Würden sich die Arbeitgeberverhandler auch bei der vierten Gesprächsrunde am 2. November weigern, „ein faires Angebot auf den Tisch zu legen“, würden Warnstreiks abgehalten, stellte Fritz klar. Die Verantwortung für die dann stillstehenden Maschinen hätten ausschließlich die Vertreter der Unternehmen zu tragen.
„Die Industrie läuft auf Hochtouren und für die Beschäftigten soll es trotzdem nur eine Inflationsabgeltung geben. Das werden wir nicht akzeptieren“, ärgerte sich der Gewerkschafter. Man werde sich „diese Respektlosigkeit“ nicht länger gefallen lassen. Das Angebot der Arbeitgeber sei unfair gegenüber „den hart arbeitenden Menschen, die unter den enormen Preissteigerungen der letzten Monate leiden“. Immerhin seien die Kosten für Mieten, Energie, Treibstoff, Lebensmittel und vieles mehr explosionsartig angestiegen.

Streikfreigabe eingeholt

Die Betriebsversammlungen seien nicht beendet, sondern lediglich unterbrochen worden. Sollte es zu keiner Einigung kommen, würden diese wieder aufgenommen und Kampfmaßnahmen eingeleitet. Am Donnerstag sei dafür auch die Streikfreigabe vom ÖGB eingeholt worden. Ziel der Gewerkschafter sei es, am 2. November einen Abschluss zu erzielen. Man sei auch bereit, die ganze Nacht lang zu verhandeln. Allerdings müsse sich die Arbeitgeberseite „deutlich bewegen“. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung um 4,5 Prozent für die Beschäftigte. Ebenso sollen Zulagen angehoben sowie das Lehrlingseinkommen gesteigert werden.

Kritik der Industrie

Seitens der Unternehmen wurde zuletzt eine Lohnerhöhung von knapp 2,3 Prozent angeboten. Christian Knill, Obmann des FMTI und einer der Verhandler, kritisierte, dass die Verhandlungspolitik der Arbeitnehmervertreter „destruktiv, unverantwortlich und spaltend“ sei. Die Forderungen der Gewerkschaft bedeuteten für die Unternehmen bis zu zehn Prozent Mehrkosten und seien daher weltfremd.

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