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475 Menschen starben seit 2000 im Verkehr

01.11.2021 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neun Menschen sind heuer bei Verkehrsunfällen in Vorarlberg ums Leben gekommen. <span class="copyright">Vol.at</span>
Neun Menschen sind heuer bei Verkehrsunfällen in Vorarlberg ums Leben gekommen. Vol.at

Verkehrsclub Österreich fordert Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Anlässlich des Gedenkens der Verstorbenen zu Allerheiligen haben die Verantwortlichen des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf die Zahl der Verkehrstoten aufmerksam gemacht. So sind in Vorarlberg seit dem Jahr 2000 insgesamt 475 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden. Österreichweit wurden im selben Zeitraum 13.475 Todesopfer im Verkehr gezählt. Das zeigen Daten der Statistik Austria, auf welche die VCÖ-Verantwortlichen Bezug nehmen.

Im heurigen Jahr sind im Ländle bis jetzt neun Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, um sechs weniger als 2020 zu diesem Zeitpunkt. Insgesamt starben im Vorjahr 16 Menschen bei Verkehrsunfällen. Die wenigsten Verkehrstoten gab es in Vorarlberg im Jahr 2015, in dem neun Personen getötet wurden. Im Jahr 2000 und in einigen der darauf folgenden Jahre starben im Land durchschnittlich mehr als 30 Menschen bei Unfällen. In jüngster Zeit lag dieser Wert zumeist unter 20 Opfern pro Jahr.

Schweiz als Vorbild

„Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben. Für Angehörige ist der Unfalltod besonders schlimm. Ein Mensch, mit dem man gestern noch gelacht hat, ist plötzlich nicht mehr da“, machte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer in einer Aussendung auf den Schmerz der Angehörigen von Unfallopfern aufmerksam. Es sei daher umso wichtiger, Maßnahmen zu treffen, um die Zahl der Verkehrstoten zu senken. „Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an Verkehrstoten und die ist null. Diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen. Ein Vorbild bei der Verkehrssicherheitsarbeit ist die Schweiz“, betonte Gratzer. Im Nachbarland seien im gesamten Vorjahr 277 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden. In Österreich seien es heuer alleine in den ersten zehn Monaten 286 Todesopfer gewesen. Gratzer verwies unter anderem auf die im Vergleich zu hierzulande niedrigeren Tempolimits der Eidgenossen. So gelte in der Schweiz Tempo 80 auf Freilandstraßen, 120 auf Autobahnen und in Gemeinden sowie Städten gebe es zahlreiche Begegnungszonen. Ebenso herrsche beim Überschreiten von Geschwindigkeitsbeschränkungen de facto Null-Toleranz bei gleichzeitig höheren Strafen für Raser. „Viele Menschen könnten heute noch am Leben sein, wenn Österreich das gleich hohe Verkehrssicherheitsniveau wie die Schweiz hätte“, verdeutlichte der VCÖ-Sprecher.

Ziel muss es sein, keine Verkehrstoten mehr zu haben, ist VCÖ-Sprecher Christian Gratzer überzeugt. <span class="copyright">VCÖ</span>
Ziel muss es sein, keine Verkehrstoten mehr zu haben, ist VCÖ-Sprecher Christian Gratzer überzeugt. VCÖ

„Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an Verkehrstoten und die ist null.“

VCÖ-Sprecher Christian Gratzer

Zentral sind laut Gratzer zudem Maßnahmen, die die schwächsten Verkehrsteilnehmer – also die Kinder – stärker schützen. So brauche es im Ortsgebiet eine stärkere Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50. Höhere Geschwindigkeiten sollten nur erlaubt sein, wo dies aus Sicht der Ssicherheit zulässig sei, meinte der Experte. Das Verkehrssystem müsse so gestaltet sein, dass Fehler keine fatalen Folgen hätten. Gratzer hob auch den in Vorarlberg eingeschlagenen Weg, das Bus- und Bahnangebot auszubauen, hervor. Dies verbessere nicht nur die Mobilität und helfe beim Klimaschutz, sondern erhöhe auch die Verkehrssicherheit.