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Vereint gegen Gewalt an Frauen

03.11.2021 • 20:31 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Abgeordneten Sandra Schoch (Grüne), Nicole Hosp (FPÖ), Johannes Gasser (Neos), Elke Zimmermann (SPÖ) und Gabriele Graf (ÖVP/v.l.n.r.) sagen gemeinsam "Nein" zu Gewalt an Frauen. <span class="copyright">Handout</span>
Die Abgeordneten Sandra Schoch (Grüne), Nicole Hosp (FPÖ), Johannes Gasser (Neos), Elke Zimmermann (SPÖ) und Gabriele Graf (ÖVP/v.l.n.r.) sagen gemeinsam "Nein" zu Gewalt an Frauen. Handout

Alle Fraktionen im Landtag ziehen beim Kampf gegen Gewalt an Frauen an einem Strang.

Ein Maßnahmenpaket für den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen soll nach dem Willen aller fünf im Landtag vertretenden Fraktionen geschnürt werden. Bereits im Juli wurde von den Parteien ein gemeinsamer Antrag eingebracht, der am MitEin Maßnahmenpaket für den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen soll nach dem Willen aller fünf im Landtag vertretenen Fraktionen geschnürt werden. Bereits im Juli wurde von den Parteien ein gemeinsamer Antrag eingebracht, der am Mittwoch im Sozialpolitischen Ausschuss diskutiert worden ist. Die Forderung aus dem Sommer hat in der vergangenen Woche noch einmal deutlich an Brisanz gewonnen. Schließlich wurde am Nationalfeiertag in Bürs eine 47-Jährige so lange gewürgt, dass sie in äußerst kritischem Zustand ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht werden musste und dort wenige Tage später verstorben ist. Gegen ihren 59-jährigen Lebensgefährten wird wegen Mordverdachts ermittelt. Er hatte gegenüber der Polizei gestanden, seine Partnerin gewürgt zu haben.

Netzwerk aufbauen

In dem gemeinsamen Antrag der Fraktionen wird die Landesregierung In dem gemeinsamen Antrag der Fraktionen wird die Landesregierung aufgefordert, in den Vorarlberger Spitälern ein häuserübergreifendes Kompetenznetzwerk zum Thema „Gewalt an Frauen“ aufzubauen. Ziel soll es sein, dass an allen Kontaktpunkten die notwendigen Kompetenzen vorhanden sind, um betroffene Frauen zu erkennen und entsprechende Unterstützung sowie Information anzubieten. Ebenso soll gemeinsam mit weiteren Systempartnern im Gesundheitswesen geprüft werden, wie Frauen, die von Gewalt betroffen sind, möglichst niederschwellig auf ihre Notsituation aufmerksam machen können. Als Beispiel werden in dem Antrag die Niederlande erwähnt. Dort können die Betroffenen mithilfe eines Codewortes in Apotheken auf ihre Lage aufmerksam machen und so Hilfe bekommen.

Bereits im Sommer haben die Abgeordneten aller Fraktionen im Landtag einen gemeinsamen Antrag gegen Gewalt an Frauen eingebracht. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Bereits im Sommer haben die Abgeordneten aller Fraktionen im Landtag einen gemeinsamen Antrag gegen Gewalt an Frauen eingebracht. Shutterstock

Die Vertreterinnen und Vertreter der fünf Fraktionen zeigten auch nach der Ausschusssitzung Geschlossenheit in der Frage. In einer gemeinsamen Aussendung teilten die Frauensprecherinnen Gabriele Graf (ÖVP), Sandra Schoch (Grüne), Nicole Hosp (FPÖ) und Elke Zimmermann (SPÖ) sowie Neos-Gleichstellungssprecher Johannes Gasser mit, dass es von ihnen ein couragiertes „Nein“ gegen jede Form der Gewalt gegen Frauen gebe. Dafür dürfe es in der Gesellschaft keinen Platz geben. „Es ist uns deshalb ein Anliegen, dass Frauen besser geschützt werden können, indem die Unterstützungsangebote im Land weiter ausgebaut und optimiert werden“, heißt es in der Aussendung weiter.weiter ausgebaut und optimiert werden“, heißt es in der Aussendung weiter.

Männer in der Pflicht

Sandra Schoch nahm anlässlich des gestrigen Weltmännertags die Männer in die Pflicht. Es sei an der Zeit, dass diese sich die Krise eingestehen und sich positioniSandra Schoch nahm anlässlich des gestrigen Weltmännertags die Männer in die Pflicht. Es sei an der Zeit, dass diese sich die Krise eingestehen und sich positionieren. „Alle Männer sind Teil dieser patriarchalen Gesellschaft, die männliches Kontrollverhalten, Dominanz und Besitzansprüche an Frauen toleriert und so den Nährboden für Gewalt an Frauen bereitet“, sagte die Grünen-Frauensprecherin und Landtagsvizepräsidentin. Für die Freiheitlichen forderte Nicole Hosp eine Null-Tolerenz-Politik, um der zunehmenden Gewalt gegen Frauen mit Entschlossenheit entgegenzuwirken. Gabriele Graf von der ÖVP und Sozialdemokratin Elke Zimmermann zeigten sich erfreut über das gemeinsame Zeichen aller Parteien. Johannes Gasser von den Neos fügte an, dass die Opfer bestmögliche Betreuung bräuchten. Dazu gehöre auch, dass nach Übergriffen Beweise gesichert werden. „Diese Kompetenz gilt es in Vorarlbergs Gesundheitswesen sicherzustellen, damit Gewalttäter nicht aus Mangel an Beweisen ungeschoren davonkommen können“, meinte er.

Mahnwache

Zu einer Mahnwache unter dem Titel „23 – keine mehr! Femizide stoppen!“ rufen die Vorarl­berger Grünen auf. Auf dem Platz der Wiener Symphoniker in Bregenz wird am Sonntag, 7. November, um 14 Uhr der Opfer gedacht und ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt.

Der Antrag wurde im Ausschuss gestern einstimmig angenommen. Endgültig beschlossen wird dieser bei der Landtagssitzung am 17. November.

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