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Bindungshersteller nach Skiunfall geklagt

05.11.2021 • 18:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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APA/Symbolbild

Skiläuferin fordert Geld – Gutachter meint, Skibindung sei mangelhaft.

Die damals zwölfjährige Skirennfahrerin zog sich im Dezember 2019 bei einem Sturz im Riesentorlauftraining im Montafon einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Bei den Trainingsski der Montafoner Kaderläuferin war die Bindung an beiden Ski nicht aufgegangen. Die nunmehr 14-Jährige fordert als Klägerin in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch vom beklagten deutschen Hersteller ihrer Skibindung nach dem Produkthaftungsgesetz 16.000 Euro Schadenersatz.

Der gerichtlich bestellte Sachverständige für Sportunfälle führe den Skiunfall seiner Mandantin auf einen Produktfehler bei der Skibindung zurück, sagte Klagsvertreter Martin Mennel. Demnach habe eine mangelhafte Gleitplatte dazu geführt, dass die Skibindung bei dem Sturz nicht ausgelöst habe. Der Wiener Anwalt des beklagten Bindungsherstellers bestreitet einen Produktfehler.

Angeblich Mängel entdeckt

In der Gerichsverhandlung am Freitag sagte der Vater der Klägerin, er habe nach dem schweren Unfall seiner Tochter und vor der Klagseinbringung von mehreren Experten Tests an der Bindung der Ski durchführen lassen. Dabei seien Mängel an der Bindung entdeckt worden. Die ursprünglich bestellten Ski habe sein Vorarlberger Sporthändler ihm im November 2019 wegen Mängeln an der Bindung nich ausgehändigt. Dem Sporthändler wurde in dem Zivilprozess der Streit verkündet. Er nimmt als Nebenintervenient auf der Seite der beklagten Bindungsfirma an dem Rechtsstreit teil.

Zur Befragung eines weiteren Zeugen wird es eine weitere Verhandlung in dem Rechtsstreit geben. Der Gerichtsgutachter brachte zur Tagsatzung am Freitag die Unfallski der Klägerin mit ins Landesgericht. Der Gerichtsportier nahm ihm jedoch die Ski mit der Begründung ab, dabei handle es sich um eine potenzielle Waffe. Als die Verhandlung begann, durfte der Sachverständige die Ski dann doch in den Gerichtsaal mitnehmen.

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