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“Sonst wird sich noch dramatisches abspielen”

05.11.2021 • 16:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Shourot/Symbolbild

Geldstrafe für 20-Jährigen, der Frauen mehrfach nötigte und bedrohte

Der Angeklagte habe „enormes kriminelles Potenzial“, sagte Richter Richard Gschwenter in seiner Urteilsbegründung. Er hoffe, dass der aggressive und psychisch labile 20-Jährige seine Probleme mit professioneller Hilfe rasch in den Griff bekomme. „Sonst wird sich noch Dramatisches abspielen“, befürchtet der Strafrichter. Dann könnte es „ein Unglück geben“.

Wegen physischer und psychischer Gewalt gegen mehrere junge Frauen wurde der mehrfach Vorbestrafte dieses Mal am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von drei Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1800 Euro (300 Tagessätze zu je 6 Euro) verurteilt. Hinzu kommen 1500 Euro aus einer widerrufenen Vorstrafe. Damit hat er dem Gericht ingesamt 3300 Euro zu überweisen. Einer Ex-Freundin hat der Angeklagte als Teilschmerzengeld 50 Euro zukommen zu lassen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der von Horst Lumper verteidigte Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Gewalt gegen Frauen

Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe enstpricht acht Monaten Haft. Der Schuldspruch erfolgte wegen mehrfacher Nötigung und gefährlicher Drohung in mehreren Fällen.

Nach Ansicht des Richters hat der Angeklagte seine Ex-Freundin aus dem Geschäft, in dem sie arbeitet, mit Gewalt ins Freie gezerrt und bedroht. Demnach soll er deren Schwester über mehrere Stufen einer Stiege gezerrt und bedroht haben. Bei diesem Vorfall wurde er selbst verletzt, weil die einschreitende Mutter der jungen Frauen ihn mit einem Messer stach. Die Messerstecherin kam in ihrem Strafverfahren mit einer Diversion davon.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der türkischstämmige Angeklagte heuer mehreren jungen Frauen türkischer Abstammung in einem Intenetchat damit gedroht, sie umzubringen. Zu den Bedrohten zählte auch eine Schülerin, die er laut Urteil 2019 in einem anderen Chatprogramm dazu genötigt hat, ihr Nacktfotos zu schicken. Die Schülerin sagte als Zeugin vor Gericht, sie sei damals 17 Jahre alt gewesen und habe den Angeklagten persönlich nie getroffen. Sie habe ihm Nacktfotos geschickt, weil er ihr gedroht habe, sonst andere Nacktfotos als ihre auszugeben und zu veröffentlichen. Aus Scham habe sie ihn vor zwei  Jahren noch nicht angezeigt.