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Mit dem Morgengruß den Tag beginnen

07.11.2021 • 14:00 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Patrizia Böhler (54, rechts) und Yoga-Partnerin Rigmor Denz (57) in ihrem Yoga-Studio in Höchst.<br><span class="copyright">KLaus Hartinger</span>
Patrizia Böhler (54, rechts) und Yoga-Partnerin Rigmor Denz (57) in ihrem Yoga-Studio in Höchst.
KLaus Hartinger

Patrizia Böhler und Rigmor Denz bieten Yoga-Lehrer-Ausbildung an.

Kurs-Informationen

Der nächste Kurs beginnt im Januar 2022. Nachfragen und Anmeldung zum Tag der offenen Tür am 13. November, 10 Uhr in Höchst.

E-Mail: info@patriziaboehler.at oder rigmor.denz@gmx.at, Tel. 0699-11782716 oder 0664-1889085, Web: www.yoga-achtsamkeitsschule.com

Es ist erstaunlich, wie viel wir als Durchschnittsmenschen wissen über Spezialgebiete wie Mathematik oder auch die Funktionsweise von Computern, aber wie wenig wir wissen über uns selbst und über unseren Körper“, sagt Patrizia Böhler. Die 54-Jährige sitzt neben ihrer Yoga-Partnerin, der 57-jährigen Rigmor Denz in ihrem Yoga-Studio in der Konsumstraße in Höchst. Das Studio strahlt Weite, Kraft und Wärme aus. Böhler hat es während der Pandemiepause in stundenlanger Eigenregie renoviert und liebevoll gestaltet.

Patrizia Böhler. <span class="copyright">KLaus Hartinger</span>
Patrizia Böhler. KLaus Hartinger


Nebenan hat sie einen gemütlichen Coaching-Raum eingerichtet, Buddhafiguren zieren das Studio. „Meine erste Buddha-Figur habe ich bestimmt schon 30 Jahre. Sie stammt direkt aus Indien. Anfangs konnte ich mit ihr nicht viel anfangen, da hatte ich mit Yoga noch nicht viel am Hut. Aber oft gibt dir das Leben schon mal einen Wink, lange bevor du an der entsprechenden Kreuzung stehst“, findet Böhler. Dass sie beim Hatha-Yoga gelandet ist, das ist das bekannteste Yoga, das auf den körperlichen Übungen, den Asanas fußt, nennt sie einen Zufall.

Eigentlich sei sie mehr aufs Powern ausgewesen, mit Fitness und vielem, was dazugehört. Dann konnte sie eine größere Reise nicht antreten und überlegte, was sie mit dem Geld machen sollte. Ihre Mutter hielt ihr eine Zeitungsannonce hin: „Mach doch eine YogalehrerInnen-Ausbildung!“ Zu dieser Zeit unterrichtete sie bereits Aerobic in Fitnessstudios und überlegte, später vielleicht einmal auf Yoga umzusatteln.

Breites Selbststudium

Die Dinge, die ihr in der Yoga-Ausbildung abgegangen sind, holte sie nach, machte weitere Kurse, aber auch eine systemische Coachingausbildung und eine Vertiefung für Lernschwächen und speziell Legasthenie. Yoga praktizierte sie, so viel es neben Arbeit und kleinen Kindern ging. Wobei für sie zum Yoga nicht nur die Asanas gehören, sondern auch Entspannung, Atemübungen, Bewusstseinstraining, Glaubenssätze, die Philosophie des Yoga sowie die Frage: „Wie kann ich mich bestmöglich unterstützen?“


Inzwischen bieten die beiden Frauen gemeinsam jedes Jahr eine Yoga-Woche in der Toskana an, über die sie schreiben: „Manche Dinge können wichtig sein, aber nichts ist wichtiger als ein gesundes Selbstwertgefühl und sich selbst zu lieben. Denn nichts anderes hat die Kraft, dein Leben so viel glücklicher und einfacher zu machen.“ 2020 konnte die Reise, zu der sich 23 Personen schon angemeldet hatten, coronabedingt nicht stattfinden. Die beiden engagierten Frauen fanden damals: Yoga-Retreats im Kloster Bezau sind eine tolle Lösung, und seither bieten sie dort zusätzlich Wochenend-Yoga-Retreats an.

Mehr als körperliche Fitness

Yoga gibt Halt. Es erdet. Es bringt Ordnung, Disziplin, Orientierung, eine Richtung in dein Leben, finden die Lehrerinnen. „Aber man muss viel üben, denn als Yoga-Lehrerin musst du es leben. Letztendlich ist Yoga auch ein Weg nach innen. Es geht um das Spüren, was ist für mich richtig und was falsch? Yogalehrerin bist du entweder oder du bist es nicht. ,Ein bisschen‘ gibt es hier nicht“, sagt Böhler. So verstehen auch sie selbst ihre Lehrtätigkeit. Kennengelernt haben die Frauen sich in ihrer eigenen Yoga-Ausbildung. Auch Denz kommt aus der Fitnessecke, fand neben Pilates im Yoga einen lohnenden Weg zu mehr Halt. „Yoga ist Leben. Es beinhaltet alles“, sagt sie.


Als sich die Frauen für eine gemeinsame Yoga-Arbeit wiederbegegneten, hatten beide bereits Yoga-Kurse gehalten. Denz gibt zum Beispiel auch in Firmen Augen-Kurse für Leute, die den ganzen Tag am Computer sitzen. Beide konnten sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen, sie wollten ihr Wissen an andere weitergeben, so planten sie einen eigenen Yoga-Ausbildungsgang. Dann kam Corona.

Halt in schwierigen Zeiten

Halt, Disziplin und positive Weltsicht wollten Böhler und Denz ihren üblichen Yoga-Kursteilnehmern nicht vorenthalten, auch wenn persönliche Treffen nicht möglich waren. Im Gegenteil: Körperliche Fitness und positives Denken erschienen ihnen gerade in den herausfordernden Corona-Zeiten unentbehrlich, die Rückmeldungen ihrer Teilnehmer waren entsprechend. Denn kurzentschlossen boten sie – mit technischer Hilfe durch ihre erwachsenen Kinder – Zoom-Yoga, spezielle Meditationen und fertige Videos an.

Durch ein 30-teiliges Achtsamkeitstraining in der NEUE konnte Patrizia Böhler damals das Thema Achtsamkeit auch vielen interessierten Lesern und Leserinnen näherbringen. Als beide dann nach sehr langer Zeit wieder in Präsenz im geschlossenen Raum Kurse anbieten konnten, war die Freude bei allen Beteiligten riesengroß.

Yoga-Ausbildung in Achtsamkeit

Was Patrizia Böhler und Rigmor Denz beim Yoga am wichtigsten ist, haben sie gleich in den Titel geschrieben: „Diplomierte/r YogalehrerIn in Achtsamkeit“. Sich bewusst werden, wer man ist und was man will, auch dazu kann die Ausbildung verhelfen.


Im Jänner dieses Jahres haben Patrizia Böhler und Rigmor Denz mit ihrer gemeinsam konzipierten Ausbildung zum „Diplomierten Yogalehrer in Achtsamkeit“, zur „Diplomierten Yogalehrerin in Achtsamkeit“ begonnen. Ihr erster Ausbildungsgang hat sieben Teilnehmerinnen. Gemeinsam haben sich die Lehrerinnen trotz unsicherer Zeiten dazu entschlossen, die 13 Module durchzuführen. Die Ausbildung dauert etwas mehr wie ein Jahr, wobei in jedem Monat ein Yoga-Wochenende stattfindet und ansonsten zu Hause geübt wird.

Weiterentwicklung

„Wir sind wirklich überrascht über die Fortschritte. Viele haben ihre Sichtweise verändert und legen den Fokus jetzt auf das, was ihnen wirklich wichtig ist. Es ist schön zu sehen, wie sich alle auf eigene und besondere Art weiterentwickeln“, berichten beide Yoga-Lehrerinnen. Yoga funktioniert nicht nur im geordneten, krisenfreien Alltag. Yoga bewährt sich gerade in der Krise, sind beide überzeugt.


Die Inhalte der Ausbildung sind komplex und umfassen auch all das, was Böhler und Denz bei ihrer eigenen Ausbildung vermisst haben. In den Vereinbarungen der „Yoga-Achtsamkeitsschule Patrizia und Rigmor“ steht: „Wir verpflichten uns, die Ausbildung praxisnah, abwechslungsreich und motivierend zu gestalten.“
Es gibt Theoretisches wie die Bezeichnungen der Asanas und Grundlagen zur Anatomie – „lerne deinen Körper kennen, er ist dein Tempel“, yogische Ernährung: „du bist, das du isst!“, Geschichte und fundierte Betrachtung verschiedenster Yogasysteme.

Aber auch Praktisches wie Meditationstechniken, „lerne deinen Geist zu zügeln und zu lenken“ und Entspannungstechniken. Außerdem wird umfangreich die Unterrichtsgestaltung vermittelt, etwa: „Musik beim Yogaunterricht“, „Arbeiten mit Hilfsmitteln“, „Gestaltung des Yogaraumes“, „Didaktik und Kommunikation“, zum Beispiel aber auch „steuerliche und versicherungstechnische Fragen“. Auch auf spezielle Yoga-Angebote wird eingegangen: Schwangerschaftsyoga, Kinderyoga, Seniorenyoga, Lachyoga, Shinrin-Yoga, Yoga für Faule, Yin-Yoga oder Acro-Yoga.


Die Bandbreite ist also weit, für jeden gibt es den richtigen Zugang zum Yoga und den passenden Lehrer. Damit dies wirklich so ist, bilden Böhler und Denz „Yogalehrer und -lehrerinnen in Achtsamkeit“ aus. Denn das Bewusstsein, die Achtsamkeit sind ihrer Meinung nach der Dreh- und Angelpunkt, im Yoga wie im Leben.

 <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

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