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Ein virtueller Blick in den Stadttunnel

08.11.2021 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Walter Gohm, Landesrat Marco Tittler, Bürgermeister Wolfgang Matt und der Leiter der Straßenbauabteilung des Landes, Gerhard Schnitzer (v.l.). <span class="copyright">VLK/Homeister</span>
Bürgermeister Walter Gohm, Landesrat Marco Tittler, Bürgermeister Wolfgang Matt und der Leiter der Straßenbauabteilung des Landes, Gerhard Schnitzer (v.l.). VLK/Homeister

Infozentrum beleuchtet Straßenbauprojekt aus unterschiedlichen Perspektiven.

Höchstwahrscheinlich schon heute, spätestens aber am Freitag wird für den Erkundungsstollen hinter der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch die erste Sprengladung gezündet. Bis im März, so der Plan, werden sich die Tunnelbauer dann 250 Meter tief in den Berg vorgearbeitet haben. Der Stollen soll zunächst geologische Erkenntnisse für den Bau des Haupttunnels liefern und später dann zu einem Flucht- und Wartungsstollen ausgebaut werden. Während man den Tunnelanschlag offenbar ohne große mediale Begleitung vornehmen möchte, wurde das Stadttunnel-Infozentrum am Montag im Beisein von Landes- und Gemeindevertretern offiziell eröffnet.

Auf dem ehemaligen Schulbrüderheim – einen Steinwurf vom künftigen Portal entfernt – ist nun eine multimediale Ausstellung zu sehen. „Das Infozentrum bildet im Kleinen die ganze Welt des Stadttunnels Feldkirch ab“, sagte der ressortzuständige Landesrat Marco Tittler (ÖVP). Im Fokus der Präsentation steht naturgemäß der – aus Sicht des Landes – „vielfältige Nutzen des 260 bis 275 Millionen Euro schweren Straßenbauprojekts. So verdeutlicht beispielsweise ein animiertes 3D-Modell, inwieweit der vierarmige Tunnel die verkehrsgeplagte Stadt künftig entlasten wird. Als „besonderes Highlight“ gilt der virtuelle Tunnelflug, bei dem Interessierte schon jetzt einen Blick ins Innere des Stadttunnels werfen können.

Kostenbeteiligung</p>

Stand 2021

Land Vorarlberg: ca. € 220 Mio Euro
Bund: ca. € 40 Mio Euro
Stadt Feldkirch: ca. € 12 Mio Euro
Vorarlberger Energienetze GmbH: ca. € 3 Mio Euro

Stadttunnel, Portal Felsenau.
Stadttunnel, Portal Felsenau.

Impuls für Wertschöpfung

Darüber hinaus verwies Tittler einmal mehr auf den Impuls für die Wertschöpfung im Land. Man lege großen Wert darauf, Planungen, Bauleistungen und sonstige Dienstleistungen im Land zu halten, sofern es das Bundesvergabegesetz zuließe.

„Feldkirch wird vom Stadttunnel in verschiedener Hinsicht profitieren“, sagte Feldkirchs Bürgermeister Wolfgang Matt (ÖVP). Neben der viel zitierten Entlastungswirkung strich Matt das Potenzial für die Stadtentwicklung heraus, etwa die Möglichkeiten zur Umgestaltung des Straßenraums, Lkw-Fahrverbote oder die Neugestaltung des Ortszentrums Tisis. Gerhard Schnitzer, Leiter der Landesstraßenbauabteilung, zeigte sich zufrieden, dass die Bauarbeiten im vergangenen Jahr plangemäß durchgeführt werden konnten (siehe unten). Er geht davon aus, dass Ende 2023 mit den Bauarbeiten am Haupttunnel begonnen werden kann. Die geplante Fertigstellung ist im Jahr 2030 geplant. So lange gilt auch der UVP-Bescheid.

fakten und zahlen

Der Stadttunnel Feldkirch besteht aus vier Ästen (Felsenau, Tisis, Tosters und Altstadt), welche über einen unterirdischen Kreisverkehr (70 Meter Durchmesser) im Bereich

des Schulzentrums in Feldkirch miteinander verbunden sind.

Die Kosten für das Straßenbau-projekt werden aktuell mit 260 bis 275 Millionen Euro beziffert.Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für das Jahr 2030 anvisiert. Solange gilt auch der UVP-Bescheid.

Beschwerde anhängig

Gegen den Bescheid ist zwar beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) noch eine Beschwerde anhängig, allerdings wurde dieser im Jahr 2019 keine aufschiebende Wirkung zuerkannt. Somit liegt ein konsumierbarer Baubescheid vor. Eingebracht wurde die Beschwerde vom Naturschutzbund, dem Verkehrsklub Liechtenstein und der Initiative „Statttunnel“. Letztere hatte bereits in den 1990er-Jahren unter anderem Namen gegen das Vorgängerprojekt, den sogenannten Letzetunnel, gekämpft. Am Freitag will die Initiative beim künftigen Portal Altstadt Luftballone in den Himmel schicken – als Zeichen des Protests.