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Finale im Prozess gegen Seeber

08.11.2021 • 13:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der ehemalige EU-ÖVP-Abgeordnete Richard Seeber steht vor Gericht
Der ehemalige EU-ÖVP-Abgeordnete Richard Seeber steht vor Gericht APA/EXPA/ ERICH SPIESS

Prozess gegen Ex-EU-Abgeordneten (ÖVP) geht ins Finale.

Der Prozess gegen den Tiroler Ex-ÖVP-EU-Abg. Richard Seeber am Innsbrucker Landesgericht geht am Montag ins Finale. Als letzte Zeuginnen waren zwei ehemalige Assistentinnen geladen. Seeber wird schwerer Betrug vorgeworfen. Er soll zwischen 2006 und 2010 Scheinrechnungen eines externen Beraters vorgelegt haben. Als zweiter Angeklagter stand der 65-jährige Berater vor Gericht, ihm wird schwerer gewerbsmäßiger Betrug zur Last gelegt. Die Schadenshöhe liegt bei rund 400.000 Euro.

Die beiden Assistentinnen gaben an, nichts von der Expertise des Zweitangeklagten aus Rumänien mitbekommen zu haben. Zwar kennen sie den Mann vom Namen her und wussten auch, dass der 59-jährige Seeber und der 65-Jährige zum Teil mehrmals die Woche miteinander telefoniert hatten. Berichte oder Ergebnisse der Expertise des angeblichen Beraters hätten die beiden aber nie zu Gesicht bekommen.

Auf Frage von Andreas Mair, Vorsitzender des Schöffensenats, ob diese Expertise für ihre Arbeit wichtig gewesen wäre, antwortete eine der Assistentinnen: “Ja sicher!”. Es sei nicht ungewöhnlich, dass ein EU-Parlamentarier externe Berater engagiere, aber “ungewöhnlich ist, dass der Assistent nichts davon weiß”, hielt sie fest.

Die Staatsanwaltschaft hegte den Verdacht, dass Seeber, der von 2004 bis 2014 im EU-Parlament war, dem Rumänen ohne Leistung das Geld überwiesen hatte. Im Falle einer Verurteilung drohen Seeber und dem Zweitangeklagten ein bis zehn Jahre Haft. Die EU-Gelder sollen direkt auf das Konto des Beraters und dessen Tochter – die auch für Seeber gearbeitet haben soll – überwiesen worden sein. Ein Urteil wird noch am Montag erwartet.