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“Fairplace” sagt Online-Riesen den Kampf an

08.11.2021 • 19:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Markus Hagen hat mit der Plattform "Fairplace" viel vor. Fairplace (2)

Markus Hagen will mit „Fairplace“ Amazon Konkurrenz machen.

Einen regionalen Marktplatz für Vorarlberg schaffen. Das ist das Ziel, das der Hohenemser Unternehmer Markus Hagen mit seiner Plattform „Fairplace“ verfolgt. Hier sollen heimische Fachgeschäfte, Gastronomiebetriebe, Dienst­leister, Landwirte und Handwerker die Möglichkeit haben, sich zu präsentieren und auch ihre Erzeugnisse in einem eigenen Onlineshop zu verkaufen. Auf diese Weise sollen Arbeitsplätze im Land gesichert und auch die Wertschöpfung in der Region gehalten werden.

Herausforderungen

Die Idee, „Fairplace“ ins Leben zu rufen, ist schon länger in Hagen gereift. Seit einigen Jahren betreibt der gelernte Elektroinstallationstechniker mit Meisterbrief schon sein eigenes Unternehmen mit dem Namen iQ solution. Für dieses hat er auch einen eigenen Onlineshop aufgebaut und hat dabei gesehen, welche Herausforderungen zu bewältigen sind, damit sich dieser rentiert. So reicht es beispielsweise nicht, lediglich den Shop und die Bestellmöglichkeit im Internet anzubieten, erläutert Hagen. Denn potenzielle Kunden müssten das Angebot erst einmal finden. Für viele Onlinekäufer sei hier jedoch Amazon die erste Anlaufstelle. Nach Angeboten von regionalen Händlern werde vielfach gar nicht gesucht.

Fairplace

Die Plattform „Fairplace“ ist unter der Adresse https://www.fairplace-vorarlberg.at erreichbar. Von Haushaltsgeräten über Lebensmittel bis hin zu „Beauty & Lifestyle“-Produkten reicht das Angebot. 16 Partner sind mittlerweile mit an Bord. Diese haben auf der Webseite auch die Möglichkeit, ihr Unternehmen und ihre Produkte vorzustellen.

Geht es nach dem Hohenemser Unternehmer, soll sich dies durch „Fairplace“ ändern. Die Plattform soll sich in Vorarlberg zu einer Anlaufstelle wie die Seite des Online-Riesen entwickeln. Wer ein Produkt im Internet bestellen möchte, soll als Erstes an „Fairplace“ denken und dort nach dem gewünschten Artikel suchen, um diesen bei einem heimischen Händler zu erstehen.

Variable Lösungen

Insgesamt 16 Unternehmen sind mittlerweile auf der Plattform präsent. Für die Partner gibt es bei „Fairplace“ ein maßgeschneidertes Angebot. Sie können aus unterschiedlichen Paketen auswählen, die verschiedenste Leistungen inkludieren. Die Möglichkeit, das Unternehmen auf der Plattform vorzustellen und den Onlineshop zu nutzen, ist in allen enthalten. Der größte Unterschied zwischen den Angeboten ist, wie viele unterschiedliche Produkte angeboten werden können. Die Bandbreite reicht hier von 20 bis hin zu einer unlimitierten Anzahl. Variabel sind die Verantwortlichen von „Fairplace“ auch, was die Zustellung der Waren betrifft. Diese kann der Händler selbst übernehmen, oder die Lieferung kann an „Fairplace“ ausgelagert werden.

Auch die Zulieferung wird auf Wunsch von Fairplace übernommen.
Auch die Zulieferung wird auf Wunsch von Fairplace übernommen.

Auf diese Weise kann jeder Partner selbst bestimmen, wie er das Angebot nutzen möchte. Möglich ist es, den kompletten Prozess von Vermarktung über Bestellabwicklung und Zahlung bis hin zur Logistik von „Fairplace“ übernehmen zu lassen. Genauso können auch nur gewisse Services genutzt werden.

Für Hagen liegen die Vorteile der Plattform auf der Hand. Die regionalen Unternehmen kommen so auf einfache Weise zu einer eigenen Webpräsenz samt Onlineshop. Ebenso können Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, erworben werden. Zu diesem Zweck werden die Waren in speziellen Verpackungen verschickt und mit dem Kühltransporter zugestellt.

Kunden können ihre Internet-Einkäufe mit dem Wissen erledigen, dass dadurch heimische Händler gestärkt werden und die Wertschöpfung im eigenen Land bleibt. Um dies sicherzustellen, können auch nur Betriebe Partner werden, die ihren Standort in Vorarlberg haben.

Bewusst bestellen

Konsumenten können auf der Plattform auf unterschiedliche Weise bestellen. Einerseits können sie das als Gast tun. Dann werden für Bestellungen unter einem Gesamtwert von 50 Euro Versandkosten verrechnet. Für Kunden, die sich auf der Seite registrieren, sind Bestellungen über 30 Euro Gesamtwert versandkostenfrei. Zudem können sie insgesamt fünf Mal Waren unter einem Gesamtwert von 30 Euro bestellen, ohne die Kosten für den Versand bezahlen zu müssen. Erst ab der sechsten Bestellung in Folge, die den Wert unterschreitet, werden die üblichen Versandkosten fällig. So sollen die Kunden zu einem bewussteren Bestellverhalten ermuntert werden.

Breites Angebot

Damit sich „Fairplace“ als Plattform etabliert, ist es für Hagen wichtig, eine möglichst breite Palette an Waren und Dienstleistungen anbieten zu können. Derzeit ist er damit beschäftigt, neue Partner zu gewinnen, um das Angebot weiter auszubauen. Das alles stemmt er zusätzlich zur Arbeit in seinem Elektroinstallationsunternehmen. Doch er ist überzeugt von seinem fairen Online-Marktplatz, und da fällt es leicht, sich zu motivieren.