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Haftstrafen für Ehepaar: Arbeiterinnen ausgebeutet

11.11.2021 • 20:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zwei Reinigungsfrauen aus Serbien wurden ausgebeutet.  <span class="copyright">APA</span>
Zwei Reinigungsfrauen aus Serbien wurden ausgebeutet. APA

Angeklagte kassierten Großteil des Lohns von serbischen Reinigungsfrauen.

Zwei Reinigungsfrauen aus Serbien zwei Jahre lang finanziell ausgebeutet hat nach Ansicht des Richters das angeklagte Ehepaar aus dem Bezirk Dornbirn.

Die beiden serbischen Staatsbürger wurden am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch wegen Menschenhandels verurteilt. Dafür wurde der mit fünf Vorstrafen belastete, 50-jährige Arbeitslose zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Über seine unbescholtene, 52-jährige Gattin wurde eine Haftstrafe von 15 Monaten verhängt. Davon beträgt der zu verbüßende Teil fünf Monate. Als Schadenersatz haben die Angeklagten den mutmaßlichen Opfern jeweils 3000 Euro zukommen zu lassen. Das Urteil von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Die alle Tatvorwürfe bestreitenden Angeklagten meldeten volle Berufung an. Staatsanwältin Julia Berchtold verzichtete auf Rechtsmittel. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis.

Schreckliche Zustände

Nach den gerichtlichen Feststellungen brachten die Angeklagten zwei Frauen aus Serbien nach Österreich. Sie organisierten für die Serbinnen in Vorarlberg Arbeit bei Reinigungsfirmen. Mit 500 bis 600 Euro nur einen Bruchteil der Monatslöhne hätten die Reinigungsfrauen erhalten, sagte Staatsanwältin Berchtold. Den Großteil der Löhne hätten die Angeklagten kassiert. Der Erstangeklagte sei für die Lohnkonten der Arbeiterinnen zeichnungsberechtigt gewesen. Die Ausländerinnen hätten weit mehr als sonst üblich arbeiten müssen, selbst dann, wenn sie krank gewesen seien. Und sie hätten unter unzumutbaren hygienischen Verhältnissen wohnen müssen.
Die Zweitangeklagte wurde auch wegen Nötigung verurteilt, weil sie den Frauen Gewalt angedroht haben soll, sollten sie nicht schweigen.
Noch nicht verhandelt wurde über den Vorwurf, die Angeklagten hätten zwei weitere serbische Reinigungsfrauen ausgebeutet, weil diese Frauen nicht als Zeuginnen geladen werden konnten.

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