Allgemein

Wie ein dichter, grauer Schleier

13.11.2021 • 20:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nebel begleitet uns meist in den letzten Monaten des Jahres.

Die einen stimmt er melancholisch, auf Dauer soll er gar Depressionen auslösen können. Wieder andere fühlen sich von dem Naturphänomen wie in eine dicke Decke eingehüllt, geborgen in der Düsternis und frönen in den gemütlichen vier Wänden dem Nichtstun. Nebel.

<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger


In den letzten, oft trüben Monaten des Jahres kehrt er stets wieder und legt sich wie ein dichter, grauer Schleier über Teile Vorarlbergs. Doch es gibt einen großen Vorteil am Hochnebel: man kam ihm durch eine Fahrt in die Höhe entkommen.
Laut Wetterring-Experte Lukas Alton liegt die Nebelgrenze im Norden Vorarlbergs meist viel höher als im Süden. Bis zu 1000 Meter hoch kann der Nebel im unteren Rheintal steigen, und in Bludenz ist es sonnig. Nicht so dieser Tage. Auch die Alpenstadt lag im düsteren Schleier.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Schlechte Luft

Doch was ist Nebel? Im Grunde ist Nebel eine Wolke – nur eben im Tal. Wenn die Nächte länger sind als die Tage, hat die Luftmasse länger Zeit auszukühlen. Kalte Luft ist schwerer als warme und fließt in der Nacht die Berghänge hinab und sammelt sich im Tal, wo sie kondensiert. Sie kann die Feuchtigkeit nicht speichern, und es bildet sich eine Wolke.

Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 100 Prozent, Wasser tropft von den Bäumen. Wäre es kälter, würden sich Eiskristalle bilden, es könnte sogar schneegrieseln – so die Erklärung des Experten.

Wenn gleichzeitig ein Hochdruckgebiet für mehrere Tage vorherrscht und es in der Höhe windstill ist, dann hält sich der Nebel. Feinstaubpartikel begünstigen zusätzlich die Nebelbildung. Zum Vergleich: Kondensstreifen. Das ist feuchte Luft gekoppelt mit Russpartikeln. „Je länger der Nebel sich hält, umso schlechter die Luft im Tal. Als läge ein Deckel darauf. Sogar Bakterien bindet der Nebel“, sagt Alton.

Lukas Alton, Wetterring Vorarlberg. <span class="copyright">Wetterring</span>
Lukas Alton, Wetterring Vorarlberg. Wetterring


Ein Ausflug in die Höhe, um klare, saubere Luft einzuatmen und Sonne zu tanken, ist also für Geist und Körper unverzichtbar.
Gewässer, wie der Bodensee, spielen bei Hochnebel eher eine untergeordnete Rolle. Das dort auftauchende Phänomen nennt sich Seenebel, ist auch eine Form der Kondensation und eine lokale Erscheinung. Der Hochnebel liegt hingegen über dem gesamten Alpenvorland.

Erlösung aus der grauen Nebelsuppe bringt eine Front, die Wolken aufziehen lässt und die Sonneneinstrahlung bremst. Kommen Wind und Niederschlag dazu, löst sich der Hochnebel auf.
Schließlich ist die Luft frisch und klar, die Sonne zeigt sich wieder, und das Phänomen beginnt von vorne – bis die Nächte wieder kürzer werden.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.