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Gegen Impfpflicht in Gesundheitsberufen

15.11.2021 • 13:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Thomas Steurer, Vorsitzender GÖD Gesundheitsgewerkschaft. <span class="copyright">ÖGB</span>
Thomas Steurer, Vorsitzender GÖD Gesundheitsgewerkschaft. ÖGB

Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Krankenhäuser befürchtet Kollaps.

Nach der Ankündigung von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), eine Impfpflicht in Gesundheitsberufen einführen zu wollen, hat sich am Samstag die Vorarlberger Gewerkschaft zu Wort gemeldet.

Der Zentralbetriebsrat der Landeskrankenhäuser appellierte an Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP), sich bei den heutigen Verhandlungen im Bund gegen eine solche Impfpflicht auszusprechen. ­Eine solche würde zum Kollaps in den Spitälern führen, sagte der Vorsitzende des Zentral­betriebsrats Thomas Steurer.

Er geht davon aus, dass bis zu 700 der 6200 Beschäftigten in den Landeskrankenhäusern nicht geimpft sind. Bereits jetzt würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Anschlag arbeiten. Wenn durch eine Impfpflicht Hunderte Kolleginnen und Kollegen ausfielen, sei ein gesicherter Betrieb in den Krankenhäusern nicht mehr gewährleis­tet, verdeutlich­te Steurer. Er bezweifelte zudem, dass sich die Betroffenen impfen lassen würden, wenn sie dies auch bisher schon nicht getan hätten. Zugleich hätten sich die ungeimpften Kollegen „stets mit großem Verantwortungsbewusstsein an die Testpflicht gehalten“. Diese Möglichkeit müsse es weierhin geben.

„Die viel zu dünne Personaldecke lässt es nicht zu, dass Personal möglicherweise freigestellt wird, wenn es sich nicht impfen lässt. Dann werden womöglich manche Stationen nicht mehr führbar sein, Betten müssen gesperrt oder Personal aus anderen Bereichen abgezogen werden“, sagte Steurer.

Land: Hohe Impfquote

Seitens des Landes hieß es am Samstag zu einer möglichen Impfpflicht in den Gesundheitsberufen, dass es bereits eine hohe Impfquote beim Personal gebe. In den Spitälern liege diese bei 86 Prozent, in den Pflegeheimen bei über 70 Prozent beim Personal und über 90 Prozent bei den Bewohnern. Welche Auswirkung eine Impflicht im Gesundheitsbereich auf die Personalsituation hat, lasse sich indes „ohne Kenntnis des Verordnungsentwurfs“ nicht klar einschätzen.

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