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„Es ist gut, dass die Polizei kontrolliert“

18.11.2021 • 20:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Polizei kontrollierte Einhaltungdes Lockdowns für Ungeimpfte in Bregenz.<span class="copyright"> paulitsch</span>
Polizei kontrollierte Einhaltungdes Lockdowns für Ungeimpfte in Bregenz. paulitsch

Viel Verständnis und eine Abmahnung bei Lockdown-Kontrolle in Bregenz.

Am Mittwoch sind in Vorarl­berg die Kontrollen des Lockdowns für Ungeimpfte voll angelaufen. Die Überprüfungen, die bei einem allfälligen harten Lockdown ab Montag schon wieder obsolet sein könnten, werden vor allem dort durchgeführt, wo Menschen in engen Kontakt miteinander gelangen, etwa in der Gastronomie, im Handel oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Pro Bezirk sind nun mindestens zwei Polizeistreifen ausschließlich für die Umsetzung der Maßnahmen abgestellt. Die NEUE hat sich bei einem Lokalaugenschein in Bregenz ein Bild davon gemacht, wie derartige Kontrollen ablaufen.

Eine Kundin wird kontrolliert. <span class="copyright">NEUE</span>
Eine Kundin wird kontrolliert. NEUE

An diesem Mittwoch um kurz nach 14 Uhr sind auf der Bahnhofsstraße nur wenige Passanten unterwegs. Eine junge Inspektorin und ein Polizeischüler marschieren in Richtung Kornmarktplatz. Erste Station: Das Geschäft der Modekette Tom Tailor. Wer hier einkaufen will, muss geimpft oder genesen sein – und eine FFP2-Maske tragen. Nicht Geimpfte dürfen ihre Wohnung bekanntermaßen nur aus zwingenden Gründen verlassen – etwa, um arbeiten zu gehen, Einkäufe für den täglichen Bedarf zu tätigen oder um sich körperlich und psychisch zu erholen.

Modeverkäuferinnen Manuela Lässer und Nicole Langer im gespräch mit den Polizisten. <span class="copyright">Paulitsch</span>
Modeverkäuferinnen Manuela Lässer und Nicole Langer im gespräch mit den Polizisten. Paulitsch

Kundin zeigt Impfausweis

Eine Kundin, die sich gerade bei den Winterjacken umschaut, wird von der Inspektorin angesprochen. „Guten Tag, wir kontrollieren die Einhaltung der Coronaregeln. Sind sie geimpft oder genesen?“ Die Frau nickt zustimmend, kramt in ihrer Handtasche und zeigt bereitwillig ihren Impfpass her. „Schon zweimal, für die dritte Impfung habe ich mich angemeldet.“ Vera Karalic, so heißt die kontrollierte Dame, findet es gut, dass die Polizei nach dem Rechten sieht. „Es soll ja niemand angesteckt werden“, meint die 60-Jährige aus Wolfurt. Für die beiden Verkäuferinnen Manuela Lässer und Nicole Langer scheint der Besuch der Uniformierten an diesem sehr ruhigen Mittwochnachmittag eine willkommene Abwechslung zu sein. Im November sei grundsätzlich wenig los, sagen die beiden Frauen hinter dem Verkaufstresen.

Exekutive kontrollierte in verschiedenen Bregenzer Geschäften, für deren Besuch ein 2G-Nachweis nötig ist. <span class="copyright">paulitsch</span>
Exekutive kontrollierte in verschiedenen Bregenzer Geschäften, für deren Besuch ein 2G-Nachweis nötig ist. paulitsch

Weniger Kundschaft

Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich das Juweliergeschäft Doris Diem. Als die Beamten den Laden betreten, ist gerade kein Kunde da. Das Gespräch zwischen einer Verkäuferin und einem Vertreter findet ein abruptes Ende. Alle zeigen ihre Zertifikate her. Verkäuferin Manuela Baumann ist froh, dass sie nicht selbst nach dem 2G-Nachweis ihrer Kunden fragen muss. Weniger erfreut zeigt sie sich über den Teil-Lockdown. „Wir merken das sofort. Es sind viel weniger Leute da als sonst.“

Verkäuferinnen Sabrina Pierre und Manuela Baumann (v.l.) sind froh, dass sie ihre Kunden nicht selbst nach dem 2G-Nachweis fragen müssen.<span class="copyright"> Paulitsch</span>
Verkäuferinnen Sabrina Pierre und Manuela Baumann (v.l.) sind froh, dass sie ihre Kunden nicht selbst nach dem 2G-Nachweis fragen müssen. Paulitsch

Nur mit Test zum Juwelier

Als nächs­tes geht’s zum Luxusjuwelier. Dem Geschäftsführer, der weder seinen Namen noch jenen des Unternehmens in der Zeitung lesen will, ist das Erscheinen der Beamten sichtlich unangenehm. Ein Asiate mit weiblicher Begleitung schaut sich gerade ein paar sündteure Uhren an, als er von den Beamten nach dem 2G-Nachweis gefragt wird. Zunächst gibt es leichte Verständigungsschwierigkeiten, dann wird aber rasch klar: Die Kunden sind weder geimpft noch genesen. Lediglich einen PCR-Test können sie vorweisen. Die Inspektorin erklärt dem Mann, dass das nicht ausreicht und spricht eine Abmahnung aus.

Auche eine Abmahnung wurde ausgesprochen. <span class="copyright">paulitsch</span>
Auche eine Abmahnung wurde ausgesprochen. paulitsch

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