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Corona-Impfung bei einer Tumorerkrankung

21.11.2021 • 21:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Impfung ist auch bei einer Krebserkrankung möglich. Der Zeitpunkt sollte gut gewählt werden
Eine Impfung ist auch bei einer Krebserkrankung möglich. Der Zeitpunkt sollte gut gewählt werden Iuliia – stock.adobe.com

Gerade für Risikogruppen ist die Coronaschutzimpfung wichtig.

Eine Tumorerkrankung geht immer mit großer Belastung der Betroffenen und Angehörigen einher. Das Coronavirus sorgt nun noch für zusätzliche Sorgen – den Krebspatientinnen und -patienten zählen zur Risikogruppe. Aber kann hier die Schutzimpfung die Lösung sein? Und gibt es eigentlich Krebserkrankungen, bei denen man sich nicht impfen lassen sollte?

„Grundsätzlich gibt es das nicht“, sagt Onkologie Philipp Jost von der Med Uni Graz. „Bei allen Tumorerkrankungen kann man gefahrlos impfen. Es gibt keine Daten, die zeigen, dass die Erkrankung durch die Impfung beeinflusst werden kann.“ Was allerdings passieren kann, ist, dass die Vakzine nicht ihre volle Wirkung entfalten können. Das kann in unterschiedlichem Ausmaß etwa aufgrund einer Chemo- oder Antikörpertherapie der Fall sein.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung seien in etwa dieselben wie bei Menschen ohne Vorerkrankungen. „Die Thrombosegefahr ist bei Tumorpatientinnen und -patienten erhöht“, so Jost. Gegen die Impfung spreche das aber keineswegs: Denn ein schwerer Covid-19-Verlauf würde mit einer noch um vielfaches höheren Thrombosegefahr einhergehen.

Gefahr für schweren Verlauf

Und die Wahrscheinlichkeit auf einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion ist bei Betroffenen hoch. „Menschen mit bestehender Krebserkrankung oder Chemotherapie haben deutlich schwerere Verläufe. Deshalb ist die Impfung für diese Patientinnen und Patienten auch so sinnvoll“, sagt der Onkologe. Noch etwas höher ist die Gefahr schwer an Covid zu erkranken bei Lungenkrebs.

Zur Impfung dieser Risikopatientinnen und -patienten werden grundsätzlich mRNA-Impfstoffe bevorzugt. Auch die Boosterimpfung sollte mit einem solchen erfolgen – vier Monate nach dem zweiten Stich. „Außerdem kann man viel zum Schutz der Betroffenen beitragen, wenn sich auch das Umfeld der Patientinnen und Patienten impfen lässt“, so Jost.

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