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„Die Gesundheit der Kollegen ist ihm egal“

22.11.2021 • 19:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Die Gesundheit der Kollegen ist ihm egal“
Personalvertreter Willi Witzemann. Neue-Archiv

Lehrer-Personalvertreter Willi Witzemann übt scharfe Kritik am Bildungsminister.

Heftige Kritik an der Kommunikation und den Maßnahmen angesichts des neuerlichen Lockdowns kommt von Pflichtschul-Personalvertreter Willi Witzemann. Es ist einiges, das ihm sauer aufstößt. „Einer der großen Kritikpunkte ist aber, dass die Entscheidung über einen Schulbesuch den Eltern aufoktroyiert wird“, sagt er.


Groß ist sein Ärger auch darüber, dass in Schulen mit hohen Inzidenzzahlen die Direktoren nicht selber bestimmen können, den Betrieb auf Distance Learning umzustellen. „Und was passiert, wenn ein Kind in der Klasse sitzt? Muss dann regulär unterrichtet werden?“, spricht er einen weiteren Punkt an.


Er habe am Wochenende zahlreiche Anrufe von Kollegen bekommen, die Angst haben, erzählt der Personalvertreter. Und zwar deshalb, weil die Inzidenz an ihren Schulen sehr hoch sei und sie sich vor Ansteckung fürchten. Die Risikogruppen, die zu Hause bleiben können, etwa Schwangere, gebe es diesmal nicht. „Dafür dürfen Ungeimpfte daheim bleiben“, ärgert er sich. „Es ist einfach absurd und nicht durchdacht“, macht Witzemann seinem Ärger Luft.

„Die Gesundheit der Kollegen ist ihm egal“
Für Schüler und Lehrer wird es wieder einmal schwierig. Hartinger

Noch am Sonntagabend hätten einige Direktoren und Personalvertreter an die Eltern appelliert, ihre Kinder zu Hause zu behalten, weil die Infektionszahlen so hoch sind, berichtet er. Kritik übt er auch daran, dass die Lehrer nun jeden Tag aufschreiben sollen, wie viele Kinder in der Schule sind. „Evaluieren ist für das Ministerium ganz wichtig“, merkt er dazu ironisch an.


Man schaue überhaupt nicht auf die Lehrer, „die Gesundheit der Kollegen ist ihm völlig egal“, meint Witzemann in Richtung Bildungsminister. Und: „Jeder Kapitän ist vorbereitet, wenn ein Sturm kommt, unser Kapitän nicht.“

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