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Friseure stehen mit dem Rücken zur Wand

23.11.2021 • 22:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Friseure haben ihre Geschäfte wieder geschlossen. <span class="copyright">APA</span>
Die Friseure haben ihre Geschäfte wieder geschlossen. APA

Durch erneuten Lockdown fürchtet der Innungsmeister „persönliche Schicksalsschläge”.

Die Friseure trifft der Lockdown ein weiteres Mal hart. Denn die durch die Ausgangsbeschränkung verlorenen Termine können nicht einfach nach Aufhebung des Lockdowns wieder nachgeholt werden. Denn einen Haarschnitt benötigen die Kunden nur alle paar Wochen. Viele Kunden gehen für einen Haarschnitt ins benachbarte Ausland oder schneiden sich die Haare schlicht selbst.

Aus diesem Grund fürchten die Spartenverantwortlichen der Wirtschaftskammer eine große Krise auf die heimischen Betriebe zukommen. Die derzeitigen Hilfsmaßnahmen sind laut Innungsmeister Günther Plaickner zu schwach. Es brauche Unterstützungsmaßnahmen für die Zeit des Lockdowns und nicht für den Betrachtungszeitraum eines Kalendermonates. Denn Unterstützungen gibt es erst ab einem Umsatzeinbruch von 40 Prozent zu den Vergleichsmonaten aus dem Jahr 2019. Daher fürchtet der WKV-Sprecher, dass diesen Lockdown einige der Betriebe nicht überleben werden und die Türen für immer zu bleiben.

„Neben dem massiven Schaden für die Wirtschaft und unsere Branche müssen wir vor allem wieder mit einigen persönlichen Schicksalsschlägen rechnen. Der Öffnungstermin mit 13. Dezember muss daher unbedingt halten“, appelliert Plaickner an die Politik, den Lockdown auf keinen Fall zu verlängern.

Enttäuschende Politik

Überhaupt zeigt sich der Innungsmeister von den politischen Verantwortlichen enttäuscht. „Dass es den Verantwortlichen trotz der zahlreichen Warnungen der Expertinnen und Experten nicht gelungen ist, funktionierende Konzepte für die Herbst- und Wintermonate auszuarbeiten und wir nun wieder schließen müssen ist fatal.“ Das Verständnis für die Maßnahmen aufgrund verfehlter Weitsicht würde laut dem Branchensprecher sinken. Jetzt blickt die gesamte Berufsgruppe in Richtung 13. Dezember, wenn die Betriebe wieder öffnen können und stellt auch schon Forderungen. Um möglichst vielen Menschen den Gang zum Friseur zu erleichtern, ist es nach Ansicht der Unternehmer unabdinglich, von der dann gültigen 2G-Regelung möglichst schnell wieder zu einer 2,5G- beziehungswiese einer 3G-Regelung zurückzukehren.

In den vergangenen Monaten sei man zu Hygiene-Experten geworden, betont der Innungsmeister und erinnert, dass man die Vorreiterrolle hinsichtlich der Eintrittstests mehr als nur erfüllt habe. „Die Vorarlberger Friseure halten sich penibel an die Corona-Schutzmaßnahmen, desinfizieren regelmäßig ihr Werkzeug, halten die Abstandsregeln zwischen den Kundinnen und Kunden ein und führen regelmäßig Testungen ihrer Angestellten durch“, erklärt Günther Plaickner und verweist darauf, dass es bei den Friseurbetrieben kaum Infektionen gab.

Verschenkte Lehrzeit

Zusätzlich wird in Zeiten des Lockdowns keine Weiterbildung für Lehrlinge stattfinden. Die drei Wochen sind verlorene Ausbildungszeit, vor allem im praktischen Bereich. „Natürlich werden sie mit Hausaufgaben und praxisnahen Übungsmaterialen versorgt, das ersetzt aber nicht die Ausbildung vor Ort. Die Lockdowns hinterlassen gravierende Spuren in der Ausbildung unseres Nachwuchses“, warnt der Innungsmeister.

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