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Schwere Geburt: Neue Kinderärzte in Feldkirch

25.11.2021 • 21:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kinderärztin Nicole Häle legt ihren Kassenvertrag Ende Dezember 2021 zurück und wird Wahlärztin. <span class="copyright">Neue</span>
Kinderärztin Nicole Häle legt ihren Kassenvertrag Ende Dezember 2021 zurück und wird Wahlärztin. Neue

Im ersten Halbjahr 2022 zwei offene Kassenstellen wieder besetzt.


Die kassenärztliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Stadt Feldkirch scheint gesichert. Wie die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte, soll dort im ersten Halbjahr 2022 ein Kinderärztezentrum eingerichtet werden. Die Verträge mit den beiden Medizinern sind bereits unter Dach und Fach. So wie beim 2021 gestarteten Pilotprojekt in Dornbirn wird die Ordinationsgemeinschaft in Feldkirch mit dem Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks) zusammenarbeiten. Der aks übernimmt dabei das Ordinationsmanagement.


Der Standort ist noch nicht fixiert. Zunächst, so heißt es, werden die Ärzte in einer bestehenden Liegenschaft ordinieren. Später soll es dann einen Neubau auf der grünen Wiese geben. Bei den zwei Medizinern handelt es sich laut aks-Geschäftsführer Georg Posch um einen Mann und eine Frau, beide seien erfahrene Oberärzte.

ÖGK-Landesvorsitzender Manfred Brunner.
ÖGK-Landesvorsitzender Manfred Brunner.

Schwierige Nachbesetzung.

Wie die NEUE mehrfach berichtete, hat sich der Kinderärztemangel in der zweitgrößten Stadt Vorarlbergs zuletzt immer mehr zugespitzt. Eine von zwei Vertragsarztstellen konnte nach der Pensionierung eines Pädiaters für rund eineinhalb Jahre nicht nachbesetzt werden. Die verbliebene Kinderärztin Ni­cole Häle legt ihren Kassenvertrag Ende Dezember 2021 wegen Überlastung zurück und wird Wahlärztin.
Eltern, die mit ihren Kindern im neuen Jahr zum Arzt müssen, werden wohl oder übel erst einmal auf Ordinationen in anderen Kommunen ausweichen müssen. ÖGK-Landesstellenvorsitzender Manfred Brunner geht nämlich nicht davon aus, dass die beiden Ärzte schon zu Beginn des neuen Jahres im Einsatz sein werden. Er appelliert deshalb einmal mehr an die umliegenden Kinderärzte, Patienten aus Feldkirch aufzunehmen.

Ärztekammer-Vize Burkhard Walla. <span class="copyright">hartinger</span>
Ärztekammer-Vize Burkhard Walla. hartinger

“Erfolgsmodell”

Burkhard Walla, Vizepräsident der Ärztekammer Vorarlberg und selbst niedergelassener Kassen-Mediziner, ist erfreut, dass die beiden freien Stellen in Feldkirch nachbesetzt werden konnten. „Das zeigt, dass der niedergelassene Bereich für Ärztinnen und Ärzte nach wie vor interessant ist und eine komplette Verlagerung der Versorgung in die Ambulanzen nicht nötig ist.“ Die Ordinationsgemeinschaft bezeichnet Walla als „Erfolgsmodell für die Zukunft“.
Wie bereits in der pädiatrischen Einheit in Dornbirn besteht auch in Feldkirch die Möglichkeit, die Ordinationsgemeinschaft als Lehrpraxis für angehende Kinder- und Jugendfachärzte zu führen. Die vertraglichen Voraussetzungen dafür wurden mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft ­(KHBG) geschaffen.

aks-Geschäftsführer Georg Posch.
aks-Geschäftsführer Georg Posch.

Längere Öffnungszeiten

Das Modell, das auch in anderen Fachbereichen möglich ist, sieht die ÖGK als Ergänzung zu den bereits angebotenen Vertragsmodellen wie den Gemeinschaftspraxen, Job-Sharing-Angeboten, Lehrpraxen oder Teilstellen. Besonders interessant für Ärzte sei die Kooperation mit dem aks. „Sie können sich dadurch auf ihre Tätigkeit als Mediziner konzentrieren und werden von der Praxisorganisation und von Verwaltungsaufgaben entlastet“, heißt es in der Aussendung. ÖGB-Landesstellenvorsitzender Brunner bezeichnet derartige Praxisgemeinschaften als Win-Win-Situation für Ärzte sowie Patienten. „Sie ermöglichen uns einerseits, die Lebenssituation und Lebensplanung der Mediziner zu berücksichtigen. Andererseits können wir unseren Versicherten beispielsweise durch längere Öffnungszeiten einen erweiterten Service anbieten.“

Bürgermeister Wolfgang Matt. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Bürgermeister Wolfgang Matt. Stiplovsek

“Neue Qualitätsstufe”

Auch Feldkirchs Bürgermeister Wolfgang Matt (ÖVP) zeigt sich naturgemäß zufrieden mit der Nachbesetzung der Kassenstellen. Der Stadtchef ist davon überzeugt, dass das „zeitgemäße und richtungsweisende“ Ärztegemeinschaftsmodell das Pädiatrie-Angebot in Feldkirch „auf eine neue Qualitätsstufe bringt“.
Für aks-Geschäftsführer Georg Posch ist das neue Modell ein Ansporn, um weitere innovative Projekte zu entwickeln und umzusetzen.