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Frau zündet aus Rache Wohnung an

26.11.2021 • 19:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Besucherin meinte, ihr sei im Haus Geld­tasche gestohlen worden.

Ein Einfamilienhaus in Feldkirch stand am 5. September in Vollbrand. Mehrere Feuerwehren konnten verhindern, dass das Feuer noch weiter auf das daran angebaute andere Wohnhaus übergriff.

Brandursache war nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch Brandstiftung. Eine Besucherin hat nach Ansicht der Strafverfolgungsbehörde aus Rache im Wohnzimmer im Erdgeschoss einen Polsterstuhl angezündet, weil sie der Meinung gewesen sein soll, dass ein Hausbewohner ihre Geldtasche gestohlen habe.

Die Staatsanwaltschaft hat die 41-jährige Frau wegen des Verbrechens der Brandstiftung angeklagt. Das teilte auf Anfrage Behördensprecher Heinz Rusch mit. Der Schöffenprozess unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher finde am 6. Dezember am Landesgericht Feldkirch statt, sagte der Mediensprecher der Staatsanwaltschaft. Für den Fall eines Schuldspruchs sieht das Strafgesetzbuch ein bis zehn Jahre Gefängnis vor. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung. Die vorbestrafte Drogenkonsumentin bestreitet den Tatvorwurf.

Beschwerde abgewiesen

Die Beschuldigte wurde am Tag des Brandes festgenommen. Zwei Tage später, am 7. September, wurde sie in der Justizanstalt Feldkirch in Untersuchungshaft genommen, wegen des dringenden Verdachts der Brandstiftung und wegen Tatbegehungsgefahr. Gegen die Verhängung und die Verlängerung der U-Haft erhob die Inhaftierte erfolglos Beschwerden beim Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG). Einen der OLG-Beschlüsse bekämpfte sie zudem mit einer Grundrechtsbeschwerde. Der Oberste Gerichtshof (OGH) wies die Grundrechtsbeschwerde aber am 9. November ab. Denn die Beschwerdeführerin sei mit der über sie verhängten Untersuchungshaft nicht in ihrem Grundrecht auf persönliche Freiheit verletzt worden, meinte der zuständige Wiener OGH-Richtersenat. Die U-Haft sei gerechtfertigt.

„Ganze Hütte anzünden“

Der OGH verwies dabei darauf, dass die Beschuldigte kurz vor dem Feuer bei der Polizei den Diebstahl ihrer Geldtasche gemeldet habe. Einem Hausbewohner gegenüber habe sie angekündigt, wegen des Geldtaschendiebstahls „die ganze Hütte anzuzünden“.
Vor dem Eintreffen der von ihr wegen des angezeigten Diebstahls gerufenen Polizei habe sie den Brandort verlassen. Zudem, so der OGH, habe die Beschuldigte sechs Vorstrafen wegen Vermögensdelikten. Sie stehe zu Recht im Verdacht, wegen eines nichtigen Anlasses das Feuer gelegt zu haben.