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„Personal wird nach wie vor gesucht“

26.11.2021 • 20:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Personal wird nach wie vor gesucht“
AMS-Vorarlberg-Geschäftsführer Bernhard Bereuter. Frederick Sams

AMS-Chef rechnet nicht mit massivem Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Mitte dieser Woche waren in Vorarlberg rund 2500 Menschen in Kurzarbeit. An die 12.000 Beschäftigte könnten es in den nächsten Wochen aufgrund des neuerlichen Lockdowns aber werden, die in Kurzarbeit müssen, schätzt Bernhard Bereuter, Geschäftsführer des AMS Vorarlberg.


Die Branchen, die davon vermutlich am meisten betroffen sind, sind einmal mehr der Handel, abgesehen vom Lebensmittelhandel, sowie die Gastronomie und Hotellerie. Aber auch körpernahe Dienstleiter, Reisebüros oder Fitnesscenter dürften in den nächsten Wochen Mitarbeiter zur Kurzarbeit anmelden, so Bereuter.

“Attraktives Modell”

Der AMS-Chef geht allerdings davon aus, dass die Arbeitslosigkeit nicht massiv steigen wird, „wir hoffen es zumindest“. Das Kurzarbeitsmodell sei sehr attraktiv, die Verfahren wurden vereinfacht, und die Antragstellung könne auch 14 Tage im Nachhinein erfolgen, wirbt er für diese Möglichkeit.
„Wenn wir davon ausgehen, dass Mitte Dezember wieder geöffnet wird, brauchen die Unternehmer dieses Personal“, stellt er fest. Und die, die es halten, würden sich dann leichter tun, merkt Bereuter an. Daher würde er auf jeden Fall empfehlen, die Leute in der derzeitigen Situation nicht zu kündigen, so sein Appell.

„Personal wird nach wie vor gesucht“
Der Großteil der Geschäfte – und damit deren Beschäftigte – ist wieder einmal stark vom Lockdown betroffen. Klaus Hartinger

Bereuter gibt zu bedenken, dass aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung die Nachfrage nach Arbeitskräften groß sei, unabhängig von deren Qualifikation. Es seien nicht nur die vielzitierten Fachkräfte, die gesucht werden, sondern Leute aller Qualifikationsstufen, beschreibt er die Situation.


Der Wirtschaftsaufschwung und damit einhergehend sinkende Arbeitslosenzahlen ist schneller erfolgt, als ihn der AMS-Chef prognostiziert hatte. „Ende Oktober waren wir über dem Vorkrisenniveau“, erzählt er, sprich, es gab weniger Arbeitslose als Ende Oktober 2019. Diese Entwicklung sei durch den aktuellen Lockdown allerdings wieder gebremst worden.

Nach der Öffnung

Bereuter geht aber davon aus, dass der Wirtschaftsaufschwung nach einer Öffnung Mitte Dezember wieder weitergeht. Nachfrage nach Personal gebe es nämlich auch derzeit, sagt er. Vor allem in der Industrie oder im Bau- und Baunebengewerbe, Branchen also, die auch derzeit unvermindert weiterarbeiten können.
Allerdings rechnet der AMS-Chef dennoch mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Diese werden laut seiner Prognose Ende November wieder höher sein als im Vergleichszeitraum des Jahres 2019. Das habe auch damit zu tun, dass sich einige Anstellungen verschieben werden, erklärt er. So hätten einige Personen Einstellungszusagen oder seien in Bewerbungsverfahren. Sie würden nun länger als arbeitslos aufscheinen.

„Personal wird nach wie vor gesucht“
Der Wintertourismus ist ein entscheidender Faktor in Hinblick auf Arbeitslosenzahlen. Stiplovsek

Entscheidend sei aber, ob Mitte Dezember wirklich geöffnet wird, so der AMS-Geschäftsführer. Dann stehe der Wintertourismus vor der Tür, der im Dezember und Jänner den Höchststand an Beschäftigten aufweist. Wenn diese Menschen nicht bis spätestens Weihnachten angestellt sind, bleiben sie im Arbeitslosen-Bestand – und dann steigen die Zahlen.

Online-Kommunikation

Auch auf etwas anderes weist Bereuter noch hin: Um die Kontakte im aktuellen Lockdown bestmöglich zu reduzieren, setzt das AMS wieder auf Online-Kommunikation. Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe sollten über das eAMS-Konto beantragt werden. Wer keines hat, kann die Leistungen auch online über die AMS-Webseite, per E-Mail bei der jeweiligen AMS-Geschäftsstelle oder telefonisch über die AMS-ServiceLine unter 050 904 840 beantragen und weitere Fragen klären.

Weiters betont AMS-Geschäftsführer Bereuter, dass bereits mit dem AMS vereinbarte oder vorgeschriebene persönliche Termine eingehalten werden müssen – außer es liegen berücksichtigungswürdige Gründe wie eine Krankschreibung oder eine durch Absonderungsbescheid bestätigte Quarantäne vor.

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