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50 Stunden Arbeit für aggressiven Ladendieb

29.11.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
50 Stunden Arbeit für aggressiven Ladendieb
Am Ende der Gerichtsverhandlung gestand der Angeklagter dann doch ein gewissen Fehlverhalten zu.shutterstock

17-Jähriger meinte zunächst, er sei Opfer der Ladendetektive geworden.

Als aggressiven Ladendieb klagte die Staatsanwaltschaft Feldkirch den 17-Jährigen wegen Betrugs, Nötigung und Verleumdung an. Am Ende der Hauptverhandlung wurde der Angeklagte doch noch einsichtig und gestand ein gewisses Fehlverhalten zu.

Deshalb gewährte Richter Dietmar Nussbaumer dem Unbescholtenen eine Diversion. Wenn er innerhalb der nächsten sechs Monate kostenlos gemeinnützige Arbeit in einem Flüchtlingsheim leistet, wird das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werden. Der von Edwin Gantner verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Manfred Bolter waren mit der diversionellen Erledigung einverstanden. Damit würde dem Jugendlichen eine drohende Verurteilung und damit eine Vorstrafe erspart bleiben.

Diebesgut im Wert von zehn Euro

Im Strafantrag wurde dem Angeklagten vorgeworfen, er habe in einem Feldkircher Supermarkt Zeitschriften im Wert von zehn Euro gestohlen. Dazu lautete die Anklage auf Betrug statt auf Diebstahl, weil der Kunde zwei zusätzliche Zeitschriften in nur eine bezahlte gesteckt haben soll. Danach soll der Ladendieb mit Tritten zwei Ladendetektive dazu genötigt haben, ihn mit Gewalt festzuhalten. Und er soll die Detektive mit der falschen Behauptung verleumdet haben, sie hätten sich als Polizisten ausgegeben und ihn absichtlich verletzt.

“Die bringen mich um!”

Der Angeklagte sagte zunächst, er sei nicht schuldig: „Ich bin hier das Opfer, nicht der Täter.“ Er habe bezahlt, was er eingekauft habe. Deshalb hätten die Männer, die sich als Polizisten ausgegeben hätten, ihn zu Unrecht angehalten. Sie hätten ihn derart geschlagen und gewürgt, dass er Todesangst gehabt habe. „Die bringen mich um!“, habe er befürchtet. Er habe um sein Leben gezittert.

Letztlich sei es ihm gelungen, sich zu befreien. Er habe mit seinem Moped wegfahren können. „So habe ich mein Leben gerettet.“ Die Schilderungen des Angeklagten wertete der Richter als „überemotionale Wahrnehmungen“.

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