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“Alles ist möglich, nichts ist fix”

29.11.2021 • 21:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wie sich die Omikron-Variante auf das Infektionsgeschehen auswirken wird, ist laut Public-Health-Experte Armin Fidler derzeit noch schwer zu sagen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Wie sich die Omikron-Variante auf das Infektionsgeschehen auswirken wird, ist laut Public-Health-Experte Armin Fidler derzeit noch schwer zu sagen. Hartinger

Positiver Test bei Reiserückkehrer sorgt für Omikron-Verdacht im Ländle.

Die Omikron-Variante des Coronavirus könnte Vorarlberg bereits erreicht haben. Seit Montag gibt es im Land zumindest einen Verdachtsfall. Bei einer Person, die von einer Reise aus dem südlichen Afrika zurückgekehrt war, brachten sowohl ein Antigen- als auch ein nachfolgender PCR-Test ein positives Ergebnis, heißt es seitens der Landespressestelle. Die Probe wird nun von der Ages in Wien sequenziert. Erst dann steht fest, ob es sich tatsächlich um die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung „B.1.1.529“ handelt.

Zehntägige Quarantäne

Der Verdachtsfall war nach einem Aufruf des Landes entdeckt worden. Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika waren gebeten worden, sich zu melden. Zehn bis 15 Personen hätten dies bisher getan, hieß es seitens der Landespressestelle. Bei allen wurde ein Antigentest durchgeführt, von denen einer positiv ausfiel. Alle Reisenden sind in zehntägiger Quarantäne. Die Landesregierung appellierte erneuert, dass sich Personen, die sich in den vergangenen zehn Tagen im südlichen Afrika aufgehalten haben, die neu eingerichtete Hotline der Ages unter 01/2675032 anzurufen.

“Alles ist möglich”

Wie sich das Auftreten der neuen Variante des Coronavirus auswirken könnte, ist derzeit noch ungewiss, sagt der Vorarl­berger Public-Health-Experte Armin Fidler. „Alles ist möglich, nichts ist fix“, bringt er es auf den Punkt. Es gebe noch zu wenige Daten für eine Beurteilung. Dazu komme, dass in Südafrika aufgrund der dortigen Bevölkerungsstruktur vor allem jüngere Menschen von Infektionen betroffen gewesen seien. Daher könne noch nicht gesagt werden, ob die Omikron-Variante infektiöser, harmloser oder nicht harmloser als die bisher bekannten Mutationen sei. Selbst wenn diese „nur“ infektiöser sei, könne dies problematisch sein. Das habe sich bereits bei der Delta-Variante gezeigt. Das alleinige Auftreten einer neuen Variante sei noch kein Grund für große Besorgnis, allerdings dürfe dies auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die weitere Entwicklungen müssten weiter genau beobachtet werden.

Noch gibt es zu wenig Daten über die neue Variante des Coronavirus. <span class="copyright">Symbolbild/Reuters</span>
Noch gibt es zu wenig Daten über die neue Variante des Coronavirus. Symbolbild/Reuters

Umso wichtiger sind aus Sicht des Gesundheitsexperten die Impfungen, um aus der Pandemie herauszukommen. Bereits durch die Delta-Variante sei dafür eine höhere Durchimpfungsrate im Vergleich zur ursprünglichen Version des Viruses notwendig geworden. Eine noch infektiösere Variante könne die Hürde weiter in die Höhe treiben.

Über 22.000 Impfungen

In Vorarlberg sind in der vergangenen Woche insgesamt mehr als 22.000 Impfungen durchgeführt worden. Das Land in einer Aussendung. Der Großteil davon waren Booster-Impfungen. In den beiden Impfstraßen Bregenz und Nenzing wurden 12.514 Auffrischungs­impfungen und 2531 Erstimpfungen verabreicht. In den Impfkojen in den Einkaufszentren holten sich 2361 Personen eine Booster-Impfung und 413 ihre erste Dosis. In ärztlichen Ordinationen wurde der Corona-Impfschutz in 2863 Fällen erneuert, ihre Erstimpfung haben dort 247 Menschen erhalten. Dazu wurden auch noch 518 Impfungen durch mobile Teams durchgeführt.

Kinder geimpft

Erstmals wurden in der vergangenen Woche auch fünf- bis elfjährige Kinder immunisiert. 1493 Mädchen und Buben haben sich dabei impfen lassen. Am Mittwoch gibt es im Impfzentrum für Kinder auf dem Dornbirner Messegelände eine neuerliche Gelegenheit dafür. Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es auf www.vorarlberg.at/vorarlbergimpft.

Brief an Ungeimpfte

Wie die Vorarlberger Nachrichten berichteten, wurden am Montag auch 66.000 Briefe an noch ungeimpfte Personen in Vorarlberg verschickt. Darin enthalten ist ein sachlich gehaltener Aufruf zur Impfung sowie ein bereits fixierter Impftermin. Dieser kann jedoch auch online oder telefonisch auf einen anderen Tag verlegt werden. Ebenso enthalten ist ein Schreiben, in dem die größten Impfmythen klargestellt werden.

Neos-Landessprecherin Sabine Scheffknecht kritisiert das zögerliche Vorgehen der Landesregierung. <span class="copyright">Hartinger</span>
Neos-Landessprecherin Sabine Scheffknecht kritisiert das zögerliche Vorgehen der Landesregierung. Hartinger

Neos-Landessprecherin Sabine Scheffknecht begrüßte den Schritt des Landes. Zugleich übte sie Kritik, dass die Schreiben zu spät verschickt werden. „Bereits im Sommer haben wir Neos auf allen Ebenen immer wieder darauf gedrängt. Ohne Erfolg“, ließ die Landtagsabgeordnete in einer Aussendung wissen. Durch die Verzögerung seien wertvolle Monate ungenutzt verstrichen. Der neuerliche Lockdown sei eine Folge davon. Für Scheffknecht ist es unverständlich, „wieso die Landesregierung immer und immer wieder wertvolle Zeit in der Pandemiebekämpfung verstreichen lässt, statt gute Ideen einfach anzunehmen“.

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