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Geldstrafe für Coronagefährder

02.12.2021 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geldstrafe für Coronagefährder
Obwohl er behördlich abgesondert war, kaufte der Angeklagte dreimal im Lebensmittelgeschäft ein. Hartinger

Vorbestrafter Coronakranker missachtete angeordnete Quarantäne und ging einkaufen.

Wegen des Vergehens der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten wurde der mit fünf Vorstrafen belastete Frühpensionist am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Das Urteil von Richterin Magdalena Rafolt ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte und Staatsanwältin Julia Berchtold waren zwar damit einverstanden. Weil der Angeklagte aber keinen Verteidiger hatte, erhielt er automatisch drei Tage Bedenkzeit. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht sechs Monaten Haft.

Verließ betreutes Wohnheim


Der 47-Jährige erhielt nach einem positiven Coronatest von der BH Bregenz am 23. September einen Absonderungsbescheid. Zwei Tage später hielt er sich nicht

Der 47-Jährige erhielt nach einem positiven Coronatest von der BH Bregenz am 23. September einen Absonderungsbescheid. Zwei Tage später hielt er sich nicht an die verordnete häusliche Quarantäne. Der Bregenzer verließ nach den gerichtlichen Feststellungen am 25. September zwei Mal das betreute Wohnheim und kaufte in drei Lebensmittelmärkten ein.
Dadurch habe er Mitmenschen in Gefahr gebracht, von ihm mit dem Coronavirus angesteckt zu werden, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Ein PCR-Test habe ergeben, dass zur Tatzeit von ihm eine konkrete Ansteckungsgefahr ausgegangen sei. Trotz der fünf Vorstrafen reiche eine Geldstrafe als Sanktion für das Vergehen aus, weil die letzte Verurteilung sieben Jahre zurückliege.

Ob’s nicht ein bisschen weniger sein kann


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Der Angeklagte sagte, er sei sich keiner Schuld bewusst. Denn aus seiner Sicht sei Corona lediglich ein Schnupfen oder höchs­tens eine Grippe. Dennoch sei sein Verhalten strafbar, merkte dazu die Strafrichterin an.
Er sei ein starker Raucher und habe das Haus verlassen, um Zigaretten einzukaufen, gab der Angeklagte zu Protokoll. Nach der Urteilsverkündung bat er vergeblich um eine geringere Geldstrafe. Ob’s nicht ein bisschen weniger sein könne, fragte der Invaliditätspensionist die Richterin.

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