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Auf leisen Sohlen ins Finanzministerium

03.12.2021 • 20:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Magnus Brunner übernimmt nach Jahren der politischen Arbeit im Hintergrund eine Hauptrolle.


Weitgehend abseits des Rampenlichts war der Bregenzer Magnus Brunner in seiner politischen Laufbahn bisher tätig.

Sei es als Büroleiter des früheren Landeshauptmanns Herbert Sausgruber, als Bundesrat oder wie zuletzt als Staatssekretär im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. Österreichweite Aufmerksamkeit erlangte der 49-Jährige im Vorjahr, als er zum Präsidenten des Österreichischen Tennisverbands gekürt wurde. Auch im heurigen August schaffte es Brunner in die überregionalen Schlagzeilen, als er am Wiener Flughafen die belarussische Spitzensportlerin Kristina Timanowskaja in Empfang nahm. Die Athletin war auf dem Weg ins polnische Warschau, um dort um Asyl anzusuchen. Brunner sprach in Vertretung des Außenministers mit der Sportlerin.

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Das Dasein im Hintergrund dürfte sich nun jedoch ändern. Schließlich übernimmt der Vorarlberger mit dem Finanzministerium eines der bedeutendsten Ressorts. Dabei sollte dem Vater dreier Söhne die Tätigkeit als Büroleiter des früheren Landeshauptmanns durchaus zugute kommen. Schließlich war Sausgruber Verfechter einer soliden Finanzpolitik mit Hausverstand und stieß damit nicht immer bei allen auf Verständnis.

Immer wieder im Gespräch

Dass Brunner bisher auf der politischen Bühne noch keine Hauptrolle gespielt hat, liegt nicht an fehlendem Standing innerhalb der Vorarlberger ÖVP. Ein größerer Karriereschritt hat sich lediglich nie ergeben, obwohl der verheiratete Familienvater bei Personalrochaden immer wieder ins Gespräch gebracht worden ist. Zuletzt hatte es geheißen, Brunner könnte bei der nächsten Bürgermeisterwahl als ÖVP-Spitzenkandidat in Bregenz ins Rennen gehen. Ein Gerücht, das der Politiker selbst im Gespräch mit der NEUE zerstreute. Er helfe als Stadtparteichef lediglich dabei mit, die ÖVP bis zum nächsten Urnengang neu ­aufzustellen. Mit der Ernennung zum Finanzminister dürfte sich die Frage nach einer Bürgermeister-Kandidatur nun erübrigt haben.

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Magnus Brunner im Gespräch mit der belarussischen Athletin Kristina Timanowskaja. Reuters

Netzwerk aufgebaut

Die Politbühne in Wien dürfte dem Bregenzer ohnehin besser liegen. Schließlich war er fast elf Jahre lang als Bundesrat tätig. Viel öffentliche Aufmerksamkeit gibt es für dieses Gremium zwar nicht, dennoch konnte sich Brunner dadurch ein gutes Netzwerk in der Bundeshauptstadt aufbauen. Dieses kam ihm – wie er selbst sagt – dann als Staatsekretär zugute. Im Klimaschutzministerium spielte er hinter Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) lediglich die zweite Geige. Als „türkiser Aufpasser“ sah sich der Vorarl­berger jedoch nicht. Und trotz manch unterschiedlicher Ansichten funktionierte die Zusammenarbeit. So wurde etwa das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz auf den Weg gebracht. Brunner kam dabei wohl auch die Erfahrung zugute, die er bei den Illwerke vkw und von 2007 bis 2020 als Vorstand der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG gesammelt hat.
Mit dem Wechsel ins Finanzministerium ist das Wirken im Hintergrund nun jedoch Geschichte. Denn bei der Verteilung des Geldes werden alle Augen auf den Minister gerichtet sein.

Zur Person

Magnus Brunner wurde am 6. Mai 1972 geboren. Er hat in Innsbruck das Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen. Er ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. Seit Jänner 2020 war er Staatsekretär im Klimaschutzministerium.

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