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Weihnachtsfeiern: Es wird wieder ausgeladen

04.12.2021 • 19:13 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Das zweite Jahr in Folge ohne große Weihnachts-Firmen-Events.<br><span class="copyright">Shutterstock</span>
Das zweite Jahr in Folge ohne große Weihnachts-Firmen-Events.
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Corona durchkreuzt die Pläne. Wie handeln Vorarlbergs Unternehmen?

Das zweite Jahr in Folge dürfte der Großteil der Firmen-Weihnachtsfeiern ausfallen. Während einige Unternehmen die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, haben andere alles Geplante längst storniert, verschoben oder in die virtuelle Welt verlegt. Wieder andere setzen auf Gutscheine oder Präsentkörbe als Feier-Ersatz und zum Danke sagen.

 Mike Pansi, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der WK Vorarlberg. <span class="copyright">WKV/Sams</span>
Mike Pansi, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der WK Vorarlberg. WKV/Sams

Für die Mitarbeiter dürfte das Ersatzprogramm oder die Vertrös­tung aber nicht halb so schlimm wie für die Gastronomie und Veranstaltungsbranche sein. Die erwischt es zum wiederholten Male mit voller Wucht. „Gerade das Weihnachtsgeschäft ist die wichtigste Saison im Jahr, in der mindestens ein Drittel des Jahresumsatzes erwirtschaftet werden kann“, gibt Mike Pansi, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der WK Vorarl­berg, zu bedenken. Nach der immensen Stornierungswelle der vergangenen Tage sei endgültig klar, dass das Weihnachtsgeschäft de facto gestorben sei.

Sutterlüty- Sprecherin Michèle Garre. <span class="copyright">Sutterlüty </span>
Sutterlüty- Sprecherin Michèle Garre. Sutterlüty

Sutterlüty: „Nach-“Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeiern haben auch bei Sutterlüty lange Tradition. „Jede Filiale darf, nach den Wünschen der Mitarbeiter, eine eigene Weihnachtsfeier organisieren, die finanziell unterstützt wird“, teilt Sprecherin Michèle Garre mit. Heuer wird darauf verzichtet, den Märkten aber die Möglichkeit für eine „Nach-Weihnachtsfeier“ im Frühjahr eingeräumt. Mitarbeiter würden Verständnis für dieVerschiebung zeigen und sich auf den Nachholtermin freuen.

Andreas Linder, Marketing-Leiter Mohrenbrauerei. <span class="copyright">Mohrenbrauerei</span>
Andreas Linder, Marketing-Leiter Mohrenbrauerei. Mohrenbrauerei

Mohrenbrauerei: Hoffnung auf Jänner

Da die Vorweihnachtszeit bei der Mohrenbrauerei branchenbedingt im Normalfall stark verplant ist, gibt es dort seit Jahren anstelle einer Weihnachtsfeier einen Jahresrückblick Mitte Jänner. „Aktuell laufen die Vorbereitungen für dieses Event auf Hochtouren. Nicht zuletzt, weil wir die Hoffnung auf eine erfolgreiche und sichere Durchführung nicht aufgeben möchten. Letztlich ist es ja auch ein Dank an alle Kolleginnen und Kollegen für das unermüdliche Engagement im Unternehmen“, informiert Sprecher Andreas Linder. Für den Fall der Fälle hat sich das Unternehmen jedoch diverse Alternativen einfallen lassen. Was genau, wollte Linder nicht verraten (Überraschung!).

 Unternehmenssprecherin Marie-Luise Dietrich.<span class="copyright"> Pfanner</span>
Unternehmenssprecherin Marie-Luise Dietrich. Pfanner

Pfanner: Wieder im nächsten Jahr

Bei Pfanner gab es vor der Pandemie Weihnachtsfeiern, die in feinem, genussvollen Rahmen über die Bühne gingen. „Der Austausch und das Miteinander über die Abteilungen hinaus waren etwas Besonderes, etwas Tragendes über das ganze Jahr“, berichtet Unternehmenssprecherin Marie-Luise Dietrich. In diesem Jahr haben sich die Verantwortlichen von Pfanner – wie schon im Vorjahr – für einen Lebensmittelgutschein pro Mitarbeiter als Alternative entschieden. „Dieser kann dann beispielsweise ins Weihnachts- oder Familienfest inves­tiert werden. Traditionell gibt es darüberhinaus seit vielen Jahren ein Waren-Weihnachtsgeschenk mit allerlei flüssigen Köstlichkeiten. Dieser wird normalerweise stets persönlich überreicht. Laut Marie-Luise Dietrich zeigen die Mitarbeiter großes Verständnis dafür, dass die Feierlichkeiten nicht wie gewohnt stattfinden können.
Festgehalten wird jedoch noch an der Ehrung für die Jubilare. „Wenn es die Umstände zulassen, werden wir jene Pfanner-Jubilare ehren, die zehn Jahre und mehr im Unternehmen tätig sind. ­Dies ist normalerweise ein Programmpunkt der Weihnachtsfeier“, so Dietrich.

Prisma: Noch in er Schwebe

Bei der Unternehmensgruppe Prisma gab es stets eine große gemeinsame Weihnachtsfeier, bei der sich jährlich alle Teams aus den regionalen Gesellschaften von Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Wien und Süddeutschland trafen. Zuletzt fand diese Zusammenkunft 2019 statt. „Dieses Jahr waren kleinere regionale Feiern geplant. Ob diese stattfinden können, wird sich noch zeigen“, berichtet Prisma-Sprecher Alexander Frischmann.
2020 gab es aufgrund der Pandemie die erste „Prisma Weihnachtsfeier digital“ und kam bei den Mitarbeitern laut Frischmann gut an.

Wolfgang Pfister Head of Strategic Marketing &amp; Communications. <span class="copyright">Liebherr</span>
Wolfgang Pfister Head of Strategic Marketing & Communications. Liebherr

Liebherr: Gutscheinalternative

Da die Weihnachtsfeierlichkeiten nun bereits zum zweiten Mal abgesagt werden mussten, haben sich die Verantwortlichen von Liebherr entschieden, die Zuschüsse für die Abteilungs-Weihnachtsfeiern in Form von Einkaufsgutscheinen direkt allen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Sowohl für das aktuelle Jahr als auch rückwirkend für das vergangene Jahr. „Diese werden mit einem kleinen Präsent allen Mitarbeitern ausgehändigt“, kündigt Sprecher Wolfgang Pfister an. Weihnachtsfeiern haben bei Liebherr eine lange Tradition. Es gab zwei Formate: Besagte Abteilungs-Weihnachtsfeiern, welche mit einem Zuschuss unterstützt wurden. Zum anderen eine Feier für Angestellte in der Kantine und Arbeiter im Fertigungsbereich – diese hätte 2020 beziehungsweise 2021 erstmalig als Großevent gemeinsam stattfinden sollen.

Lukas Dorner, Geschäftsführer der Brauerei Egg.<span class="copyright"> Johannes Fink</span>
Lukas Dorner, Geschäftsführer der Brauerei Egg. Johannes Fink

Brauerei Egg: Noch nicht abesagt

Lukas Dorner, Geschäftsführer der Brauerei Egg, hat die geplante Weihnachtsfeier erst einmal um eine Woche nach hinten verschoben und hofft bis dahin auf Öffnung der Gastronomie. „Geplant ist eine Feier bei einem neuen Kunden, der Jägeralpe.
Wir werden sehen, ob wir mit unseren Mitarbeitern dort kurz vor Weihnachten noch zusammenkommen können“, sagt Dorner. Falls nicht, wird wohl noch einmal verschoben.
Die Brauerei Egg richtet normalerweise jedes Jahr eine Weihnachtsfeier für Angestellte und Partner aus. 2020 gab es alternativ Genusspakete aus der Region.

Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. <span class="copyright">WKV</span>
Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. WKV

Mit Gutscheinen die Branche stützen

Wieder ein Jahr vorbei! Und wieder die Frage: Weihnachten feiern oder lieber Gutscheine schenken? Getreu dem Motto „Optimismus ist Pflicht“, empfehlen Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel, und Markus Kegele, Obmann der Sparten Tourismus und Freizeitwirtschaft, allen Unternehmern, dieses Jahr trotz erschwerender Bedingungen – unter Einhaltung der jeweils aktuell geltenden Maßnahmen und mit besonderer Vorsicht – Weihnachtsfeiern, Betriebsevents, Seminare oder Schulungen zu ermöglichen und nicht gleich abzusagen.
Sollte dies nicht möglich sein, bleibt immer noch die Variante, Gutscheine zu verschenken. Pro Mitarbeiter können Firmen Gutscheine in Höhe von bis zu 186 Euro jährlich vergeben – für die Mitarbeitende bleibt das als Freibetrag steuerfrei.
Kegeles und Pollhammers Appell dazu lautet, regionale Gutscheine vor globalen Monopolen bevorzugen. Sprich: „Vorarlberg isst“ und „Vorarlberg urlaubt“ oder regionale Einkaufsgutscheine.

Markus Kegele, Obmann Tourismus und Freizeitwirtschaft WKV.<span class="copyright"> WKV</span>
Markus Kegele, Obmann Tourismus und Freizeitwirtschaft WKV. WKV

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