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Kein Steuerabzug für Ausbildung zum Clown

06.12.2021 • 19:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ausbildung sei für Beruf als Sozialbetreuerin nicht not­wendig.

In ihrer Arbeitnehmerveranlagung für ihre Einkommensteuer von 2018 macht die diplomierte Sozialarbeiterin Ausbildungskosten von 4800 Euro zur Clownin bislang ohne Erfolg als Werbungskosten geltend.

Nach dem Finanzamt Feldkirch entschied nun in zweiter Instanz auch das Bundesfinanzgericht in Feldkirch, dass die Ausbildung nicht steuerabzugsfähig sei. Weil die Ausbildung zur Clownin in keinem direkten Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit als diplomierte Sozialbetreuerin stehe. Clown-Fertigkeiten zählten nicht zum Berufsbild bei Tätigkeiten im Sozialbereich. Die Ausbildungskosten wurden nicht als Werbungskos­ten anerkannt.

Kenntnisse können nicht verwertet werden

Das Bundesfinanzgericht wies die Beschwerde der Angestellten gegen den Bescheid des Finanzamts als unbegründet ab. Die Entscheidung des Feldkircher Finanzrichters kann noch mit einer außerordentlichen Revision beim Verwaltungsgerichtshof in Wien bekämpft werden. Eine ordentliche Revison ließ das Bundesfinanzgericht wegen der aus seiner Sicht klaren Rechtslage nicht zu. Dass Gelerntes aus der Clown-Basisausbildung für die Arbeit als diplomierte Sozialbetreuerin von Nutzen sein könne, werde nicht in Abrede gestellt, heißt es in der Entscheidung des Bundesfinanzgerichts. Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass die erworbenen Kenntnisse in einem wesentlichen Umfang im Rahmen der ausgeübten Berufstätigkeit verwertet werden können.

Humor gegen Stress

Die Sozialbetreuerin argumentierte in dem Werbungskostenverfahren bisher vergeblich damit, ihre Clown-Ausbildung habe ihre Sozialkompetenz erhöht. Das komme ihr beruflich zugute. Sie könne mit Humor Stresssituationen im Umgang etwa mit gepflegten dementen Kunden besser bewältigen. Clownerie bedeute nicht, sich vor anderen lächerlich zu machen. Ihr Arbeitgeber unterstützte ihren Antrag auf Zuerkennung von steuerbefreienden Werbungskosten mit einem Schreiben ans Finanzamt.

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