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Wallner will Lockdown beenden

07.12.2021 • 20:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wallner will Lockdown beenden
Einkaufen soll für Geimpfte und Genesene bald wieder möglich sein. Sams

Ab 12. Dezember soll es Öffnungsschritte unter Vorlagen für Geimpfte und Genesene geben.

Heute fährt Landeshauptmann Markus Wallner zum Bund-Länder-Gipfel nach Wien, wo über Details zum angekündigten Lockdown-Ende verhandelt wird. Bereits gestern machte er im Pressefoyer nach der Regierungssitzung deutlich: „Von mir aus ist ganz klar: Der harte Lockdown soll ab dem 12. Dezember beendet werden und Öffnungsschritte in allen Bereichen möglich sein.“ Ungeimpfte Menschen seien davon ausgeschlossen. Außerdem sei es sehr wichtig, dass die Lockerungen von Schutzmaßnahmen begleitet seien, denn: „Niemand will eine nächste Welle, niemand will einen weiteren Lockdown“, so Wallner.

Er plädiert für eine weitgehende Maskenpflicht, für 3G am Arbeitsplatz und ansonsten überall für 2G. Für den Veranstaltungsbereich und die Gastronomie spricht sich Wallner dafür aus, dass es nur zugewiesene Sitzplätze geben soll. Zudem sieht er eine Sperrstundenregelung als sinnvoll an. Dabei sei wichtig, die Sperrstunde nicht zu früh anzusetzen, weil sich das Geschehen dann zu sehr in den Privatbereich verlagern würde. Die Details über die Öffnungsschritte werden heute mit Experten, den Landeshauptleuten und der Regierung geklärt.

Klare Trendumkehr

Grundlage, dass es in Vorarlberg zu Öffnungsschritten kommen kann, sind die aktuellen Zahlen. Die Lage in Vorarlberg sei zwar weiterhin angespannt, sagte Wallner am Dienstag, aber es gebe laut Experten eine klare Trendumkehr: „Wir gehen davon aus, dass der Höhepunkt erreicht und der Peak überschritten ist. Wir hatten eine lange Phase, in der es täglich bis zu 900 Neuinfektionen gab. Jetzt sind es 400 bis 500 täglich. Die Inzidenz geht wieder unter 1000.“ Die Situation in den Spitälern sei aber nach wie vor sehr schwierig, die Zahl der hospitalisierten Coronapatienten steige an. Dies sei der Nachhall der vergangenen Wochen. „Experten sagen jedoch, dass in Folge der niedrigen Inzidenzen Entspannung in den Krankenhäusern eintreten wird“, so Wallner.

Wallner will Lockdown beenden
Landeshauptmann Markus Wallner. Hartinger


Ein weiterer erfreulicher Faktor und ebenfalls mitentscheidend für ein Lockdown-Ende sei die Zahl an Impfungen. „Wir kommen voran“, teilte Wallner mit. Knapp 100.000 Personen haben ihre Auffrischungsimpfung erhalten. „Das sind um 10.000 mehr, als wir uns für diesen Zeitpunkt zum Ziel gesetzt haben.“ Das Land werde in seinen Bemühungen, möglichst viele Menschen zur Drittimpfung zu motivieren, nicht nachlassen. Denn: „Der dritte Stich ist entscheidend für die Gesamtentwicklung.“ Deshalb rief Wallner erneut zur Boosterimpfung auf.

Öffnungen durch Tests begleiten

Damit die Öffnungen nach dem harten Lockdown gut begleitet werden können, sei ein breites und niederschwelliges Testangebot sehr wichtig, erklärte Landesrat Christian Gantner im Pressefoyer. Dies wisse man aus dem Frühjahr, als Vorarlberg als Modellregion erste Öffnungsschritte in Österreich setzte. Die Testmöglichkeiten in Vorarlberg sind in den vergangenen Wochen ausgebaut worden, zuletzt auf dem Dornbirner Messegelände. Dort befindet sich seit Montag eine achte Landesteststraße, in der täglich 1200 PCR-Tests durchgeführt werden können. Zudem soll es mit Ende des Lockdowns ein wohnortnahes und niederschwelliges Angebot an PCR-Gurgelselbsttests geben. Künftig können diese Gratis-Selbsttests bei 119 Filialen der Lebensmittelhändler Spar und Sutterlüty abgeholt und zur Untersuchung im Labor zurückgegeben werden. Daneben ist dies nach wie vor in 53 Apotheken im Land möglich.

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Landesrat Christian Gantner. Lerch

Das erweiterte Testangebot sei nicht als Alternative zum Impfen zu verstehen, sagte Gantner sondern: „Es dient einerseits der Einhaltung der 3G-Regelung am Arbeitsplatz, andererseits kann dadurch eine Infektion bereits in der Frühphase festgestellt werden. Außerdem bietet es auch geimpften Personen eine niederschwellige Testmöglichkeit sowie eine zusätzliche Sicherheit.“

PCR-Labor in Dornbirn

Öster­reichweit gab es in letzter Zeit Probleme mit den PCR-Kapazitäten von Auswertungslaboren. „Dem Land Vorarlberg ist es nun gelungen, einen Laborstandort in der Messe Dornbirn einzurichten“, zeigte sich Gantner erfreut. Dieses mobile Labor soll noch im Dezember in Betrieb gehen. „Wir ersparen uns damit viel Logistikaufwand und Transportzeit. Zudem schafft es größere Unabhängigkeit, um die Abwicklung und Auswertung der PCR-Testungen noch schneller zu gewährleisten.“