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Tödliche Kollision: Lkw-Fahrer verurteilt

09.12.2021 • 11:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Juni ereignete sich der tödliche Verkehrsunfall in Rankweil. <span class="copyright">Dietmar Mathis</span>
Im Juni ereignete sich der tödliche Verkehrsunfall in Rankweil. Dietmar Mathis

Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung: Lkw überrollte in Rankweil auf Schutzweg E-Scooterfahrer.

Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Angeklagte am Dienstag am Bezirksgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 1000 Euro (100 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt. Das Urteil von Richterin Michaela Österle ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und die Bezirksanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen oder eine Haftstrafe von einem Jahr gewesen.

Nicht hauptverantwortlich

Die Strafe sei milde ausgefallen, weil der unbescholtene Lkw-Fahrer zwar mitverantwortlich, aber nicht hauptverantwortlich für den tödlichen Verkehrsunfall gewesen sei, sagte die Bezirksgerichterin in ihrer Urteilsbegründung. Der größte Teil der Verantwortung komme dem Unfallopfer zu.

Tödliche Verletzungen

Der Lkw des 38-jährigen Transportunternehmers überrollte im Juni auf der Langgasse in Rankweil auf einem Schutzweg einen E-Scooterfahrer. Der 50-Jährige erlitt dabei tödliche Verletzungen.

Für den Angeklagten gab es vor dem Bezirksgericht eine Geldstrafe. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Für den Angeklagten gab es vor dem Bezirksgericht eine Geldstrafe. Symbolbild/Hartinger

Dem Lkw-Fahrer sei mangelnde Aufmerksamkeit vorzuwerfen, meinte die Richterin. Der E-Scooterfahrer wäre für den Angeklagten rechtzeitig erkennbar gewesen. Der Lenker des Lastwagens hätte schon mit einer leichten Bremsung den Zusammenstoß verhindern können. Die Strafrichterin stützte sich dabei auf das Gutachten des verkehrstechnischen Sachverständigen Christian Wolf. Demnach war der Lkw mit nur 11 km/h unterwegs. Das Tempo des E-Scooterfahrers schätzte Wolf auf 15 bis 20 Stundenkilometer.

Schnell über Schutzweg gefahren

Nach Angaben von drei Verkehrsteilnehmern, die vor Gericht als Zeugen aussagten, fuhr der 50-Jährige mit seinem Sitzscooter, wohl ohne angehalten zu haben, schnell über den Schutzweg. Der Lkw hatte unmittelbar zuvor angehalten, um einen Passanten über den Schutzweg gehen zu lassen.

Privatgutachten

Verteidiger Alexander Fetz beantragte einen Freispruch. Der Anwalt bezog sich dabei auf ein Privatgutachten. Demnach sei für den Lkw-Fahrer der Scooterfahrer nicht erkennbar gewesen.

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