Kommentar

Ohne „Geschmäckle“

10.12.2021 • 21:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Seit mindestens zehn Jahren gibt es in Lustenau Pläne für einen Neubau des Reichshofstadions. Passiert ist in dieser Zeit im Areal an der Schützengartenstraße nichts. Seit 2013 bekennt sich die Bundesliga mit ihrer Infrastrukturoffensive zu besseren und professionelleren Stadien. Die Lizenz-Anforderungen wurden stetig nach oben geschraubt. Bei einer möglichen Lizenzverweigerung aufgrund des Stadion hätte man folglich die Schuldigen im Verein und in der abwartenden Gemeinde suchen müssen.
Doch die erst im November intern angekündigte Verschärfungen der Regeln – umgesetzt sollten sie bereits wenige Monate später werden – war ein direkter Angriff auf die Lustenauer Austria. Eine Ankündigung mit einem Jahr Vorlaufzeit hätte in Lustenau zwar für Kopfschmerzen gesorgt, aber sie wäre – unabhängig von den Emotionen – auf Verständnis getroffen. Doch wer würde von einer kurzfristigen Änderung der Regelung profitieren? Mindestens zehn Klubs stünden ohne selbst etwas zu tun in ihrer aktuellen sportlichen Situation besser da – weil sie entweder nicht direkt absteigen müssten (Bundesliga) oder auf eine Aufstiegrelegation hoffen dürften (2. Liga), außerdem müsste der Lizenzbonus unter weniger Vereinen aufgeteilt werden. Bessere Stadien sind das Ziel aller, aber eine sofortige Regeländerung hätte ein „Geschmäckle“ gehabt.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.