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Wenn Menschen und nicht Profit im Vordergrund stehen

10.12.2021 • 18:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Klaus Hartinger

Die Familie Wohlgenannt vom Tannenhof hat eine originelle Spendenaktion gestartet.


Nicht alle Familien in Vorarl­berg können sich einen Christbaum leisten. Nicht alle haben das Wohnzimmer, um ihn aufzustellen, und auch für die, die es haben, können die Euro für einen eigenen Christbaum die paar Euro sein, die an anderer Stelle bitter fehlen werden.

Aber gerade für Kinder soll Weihnachten ein Fest werden, findet die Familie Wohlgenannt aus Dornbirn. Übers Jahr hinweg pflanzen Wohlgenannts Christbäume an und pflegen sie. Nordmanntannen, weil diese wenig nadeln, edel aussehen, und weil die Nadeln nicht stechen. Damit an Weihnachten möglichst viele schöne Bäume zur Verfügung stehen, ist die Familie Wohlgenannt das ganze Jahr über mit Tätigkeiten wie Anpflanzen, Ausmähen oder In-Form-Schneiden beschäftigt. Ein zimmerhoher Christbaum ist zirka zehn Jahre gewachsen, bevor er geschlagen wird. Wohlgenannts finden, alle Vorarlberger sollten sich diese Qualität leisten können, auch bedürftige Familien. Also haben sie sich mit der Caritas zusammengetan. Dort hat man eine Liste mit Familien erstellt, die gespendete Bäume bekommen sollen.

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Ganzer Baum pro halber Tanne

Und wie funktioniert das Ganze? Alle, die einen Baum fürs eigene Zuhause bei einem der 30 Christbaumverkaufsstände erwerben, können einen frei wählbaren Betrag für einen gespendeten Baum dazugeben. Diesen Betrag verdoppeln Wohl­genannts, so dass für jede halbe Tanne am Ende ein ganzer Christbaum herausspringt. „Ein sinnvoller Spendenbetrag wären zwischen 10 und 15 Euro“, erklärt Martin Wohlgenannt. „Das ergäbe dann einen Baum für 20 beziehungsweise 30 Euro, also im ersten Fall einen kleineren Baum, im zweiten einen großen.“ Die Idee mit den halben Bäumen hat er übernommen: Im Radio hat er diesen Sommer von einem Kaffeehausbesitzer gehört, dem die Kaffeetrinkenden einen Viertel-, halben oder ganzen Kaffee dazuspendieren können. Diesen Betrag verdoppelt er. „Sowas muss auch mit unseren Christbäumen gehen“, dachte sich Wohlgenannt. In seiner Familie ist eine schöne Zeit miteinander wichtig, besonders auch am geschmückten Baum. Dies möchte er möglichst vielen Familien ermöglichen. Zusätzlich spenden Wohlgenannts 16 Bäume an Caritas-Wohnheime. Damit überall Weihnachten wird.

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Tipp fürs Aufstellen

Einen Tipp hat der Christbaumexperte für alle Christbaumaufsteller: Die Zeiten von Axt und Säge sind vorbei. „Die Rinde entfernen und dann den Baum ins Wasser stellen ist, als würde man dir Limonade servieren und dir gleichzeitig die Kehle zudrücken“, erklärt er anschaulich. „Das Wasser nimmt der Baum nämlich über feine Kanäle unter der Rinde auf. Daher lässt man ihm inzwischen die Rinde und bohrt nur unten ein Loch. Das übernehmen wir. Das Aufstellen geht somit schnell und einfach, und eine zentrale vorweihnachtliche Familienfehde ist vom Tisch.“
Offizieller Auftakt der Spendenaktion war am Donnerstag mit der Übergabe von Christbäumen an die Caritas Vorarlberg im „Haus Mutter & Kind“ in Feldkirch. „Wir wünschen uns, dass viele nicht nur ihren Baum, zum Beispiel von der Marke ,üsr Tännele‘ aus der Region bei uns holen, sondern auch Tannen spenden. Wer möchte, kann den gespendeten Baum auch selbst aussuchen und sein Namensschild anbringen lassen“, erklärt Martin Wohlgenannt.

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