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Waffenhändlerin mit illegalen Verkäufen

13.12.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Verhandlung erfolgte am Landesgericht Feldkirch.  <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Verhandlung erfolgte am Landesgericht Feldkirch. Hartinger

Geldstrafe für Betreiberin von Waffengeschäft, die drei verkaufte.

Die Betreiberin eines Waffengeschäfts und ihr Lebensgefährte haben nach Ansicht des Richters neben regulären auch illegale Waffengeschäfte getätigt. Nach den gerichtlichen Feststellungen haben die beiden unbescholtenen Angeklagten einem vorbestraften Deutschen, der über keinen Waffenschein verfügt, drei nicht registrierte Faustfeuerwaffen verkauft.

Für den Verstoß gegen das Waffengesetz wurde die Waffenhändlerin am Montag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 2640 Euro (240 Tagessätze zu je 11 Euro) verurteilt. Über ihren Lebensgefährten wurde eine Geldstrafe von 3120 Euro (240 Tagessätze à 13 Euro) verhängt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die von Nicolas Stieger verteidigten Angeklagten und die Staatsanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Bedingte Haftstrafe für Käufer

Der mit mehreren Vorstrafen belastete Käufer der Waffen kam mit einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von einem Jahr davon. Das Urteil, das der 39-jährige Deutsche türkischer Abstammung annahm, ist nicht rechtskräftig. Seine belastenden Angaben seien glaubwürdig gewesen, sagte Richter Dietmar Nußbaumer in seiner Urteilsbegründung. Nicht glaubwürdig seien hingegen die Aussagen der Waffenhändlerin und ihres Lebensgefährten gewesen, die den Tatvorwurf auch mit abenteuerlichen Behauptungen bestritten hätten.

Wegen illegalen Waffenbesitzes wurde eine vorbestrafte Deutsche mit türkischen Wurzeln (nicht rechtskräftig) zu einer bedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt.

Weitere Vorwürfe

Freigesprochen wurden die Waffenhändlerin und ihr Lebensgefährte von zwei weiteren Vorwürfen. Denn für den Strafrichter war zum einen nicht erwiesen, dass der Zweitangeklagte von ihnen zwei nicht registrierte Faustfeuerwaffen gekauft hat. Der 28-jährige Autohändler habe die Waffen zwar zerstört, weil er der Meinung gewesen sei, sie seien illegale Waffen. Aber das sei noch kein Schuldnachweis, sagte der Richter. Der von Thomas Raneburger verteidigte 28-Jährige wurde vom angeklagten illegalen Waffenbesitz freigesprochen. Über den zusätzlichen Anklagevorwurf, der Cousin des 39-jährigen Waffenkäufers habe bei Autoverkäufen einen schweren Betrug begangen, wurde am Montag noch nicht entschieden.

Ein Freispruch erfolgte auch vom geplanten Verkauf einer Faustfeuerwaffe an den Bruder des 28-Jährigen. Weil der Kauf­interessent über einen Waffenschein verfügt habe. Keiner der Freisprüche ist rechtskräftig.

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