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Frau am Geburtstag rückfällig: Haftstrafe

15.12.2021 • 17:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die vorbestrafte Frau muss nun in Haft.     <span class="copyright">Hartinger</span>
Die vorbestrafte Frau muss nun in Haft. Hartinger

16 Monate Gefängnis für Vorbestrafte: 45-Jährige widersetzte sich der Polizei.

An ihrem Geburtstag wurde eine 45-jährige Frau im Juni vorläufig festgenommen. Sie verbrachte zweieinhalb Stunden ihres Geburtstags im Polizeiarrest, wo sie eine Matratze beschädigte. Die Festnahme erfolgte nach den gerichtlichen Feststellungen, weil sie sich ihrer polizeilichen Vorführung zum Amtsarzt zu widersetzen versuchte. Dabei verletzte sie nach Ansicht des Richters einen Polizisten mit einem Tritt gegen das Knie leicht. Laut Urteil verleumdete sie den Beamten mit der bewusst wahrheitswidrigen Behauptung, er habe sie geschlagen.

Im Jänner wurde die Angeklagte am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von vier Monaten verurteilt. Bereits vier Wochen später bewarf sie dann im Februar in Bregenz zwei geparkte Polizeiautos mit Pflastersteinen und verursachte dadurch einen Schaden von 3200 Euro.

Psychisch beeinträchtigt

Im September und Oktober warf die psychisch beeinträchtige Frau beim Landeskrankenhaus Rankweil Steine auf mehrere Fensterscheiben und sorgte damit für einen Sachschaden von 4000 Euro. Sie habe im Krankenhaus aufgenommen werden wollen. Das sei ihr Tatmotiv gewesen, sagte die Angeklagte. Bei einem anderen Vorfall bedrohte sie einen Mann.

Wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt, versuchter schwerer Körperverletzung, Verleumdung, gefährlicher Drohung und schwerer Sachbeschädigung wurde die teilgeständige Angeklagte am Mittwoch in der Hauptverhandlung am Landesgericht schuldig gesprochen. Dafür wurde die mit drei einschlägigen Vorstrafen belastete Frau zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Hinzu kommen vier Haftmonate aus der ursprünglich bedingt gewährten Verurteilung vom Jänner. Damit beträgt die Gesamtstrafe 16 Monate Haft. Für die angerichteten Sachschäden hat die Obdachlose aufzukommen. Das Urteil von Richter Andreas Böhler, mit dem die Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen.

Feiertage im Gefängnis

Mildernd wurde gewertet, dass die Frau wegen ihrer psychischen Beeinträchtigung und ihrer Alkoholisierung zu den Tatzeiten eingeschränkt zurechnungsfähig war. Seine Mandantin habe die Straftaten aus Verzweiflung begangen, sagte Verteidiger Surena Ettefagh. Die aus der U-Haft vorgeführte Angeklagte wünschte dem Richter am Ende der Verhandlung frohe Weihnachten. Sie wird die Feiertage im Gefängnis verbringen.

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