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Banker veruntreute 540.000 Euro: Haft

17.12.2021 • 18:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Mann war spielsüchtig.   <span class="copyright">Symboilbild AP</span>
Der Mann war spielsüchtig. Symboilbild AP

Zwei Jahre Gefängnis, davon acht Monate unbedingt für ehemaligen Abteilungsleiter.

Der damalige Leiter der Abteilungen Wertpapiere und Wohnbau einer Bregenzer Bank hat zwischen 2013 und 2018 von Wertpapierdepots von Kunden 540.000 Euro veruntreut. Zudem hat er nach Ansicht der Richter während seiner Flucht nach Frankreich in einer Mail an zwei Bankvorstände vergeblich versucht, von ihnen einen Kredit von 500.000 Euro für seine Gattin zu erpressen.

Der Bankangestellte hat den Bankvorständen damit gedroht, sonst ihre rechtswidrigen Machenschaften bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) anzuzeigen. Schuldig gesprochen wurde der Angeklagte auch wegen Urkundenfälschungen, weil er beim Abzweigen der Gelder von Kunden unterschriebene Auszahlungsbestätigungen vorgetäuscht hat.

Teilbedingte Freiheitsstrafe

Für all das wurde der 46-jährige Unterländer am Freitag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil acht Monate Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Sanktion fiel milde aus, weil der Angeklagte unbescholten ist, bereits 317.000 Euro zurückbezahlt hat und das Strafverfahren wegen mehrerer Richterwechsel lange gedauert hat. Der Strafrahmen belief sich auf ein bis zehn Jahre Gefängnis.

Keine betrügerische Krida

Freigesprochen wurden der von Manuel Dietrich verteidigte Erstangeklagte und seine 45-jährige Ex-Gattin allerdings vom Vorwurf der betrügerischen Krida. Demnach war der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Magdalena Rafolt nicht davon überzeugt, dass 2019 bei der einvernehmlichen Scheidung seine Liegenschaften ihr übertragen wurden, damit die geschädigte Bank darauf nicht zugreifen kann. Beim 46-Jährigen erfolgte der Freispruch im Zweifel. Bei seiner unbescholtenen 45-jährigen ehemaligen Ehefrau, verteidigt von Manuela Schipflinger-Klocker, gingen die Richter davon aus, dass sie keinen Vorsatz hatte, die Bank zu schädigen.

Spielsucht finanziert

Der Erstangeklagte sagte, er habe die Gelder nicht aus Gier veruntreut, zumal er damals 4000 Euro netto verdient habe. Er habe die Straftaten begangen, um sich seine Glücksspielsucht zu finanzieren. Inzwischen habe er eine stationäre Spielsuchttherapie absolviert.

Zur Untreue und zur Urkundenfälschung war der Erstangeklagte geständig. Er habe damit seine Karriere und sogar sein Leben weggeworfen, gab der geschiedene Familienvater zu Protokoll. Zur angeklagten Erpressung sagte er, er damals habe nicht gewusst, was er tue.

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