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Die Folgen der Baukosten-Explosion

20.12.2021 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz und Aufsichtsratsvorsitzender Karlheinz Rüdisser. <span class="copyright">Vogewosi</span>
Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz und Aufsichtsratsvorsitzender Karlheinz Rüdisser. Vogewosi

Vogewosi-Verantwortliche zogen Bilanz über 2020 und blickten nach vorne.

In mittlerweile 60 der 96 Vorarlberger Gemeinden ist der gemeinnützige Wohnbauträger Vogewosi mittlerweile vertreten.

Das berichteten Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz und Aufsichtsratsvorsitzender Karlheinz Rüdisser am Montag bei einer Pressekonferenz zur Bilanz des Jahres 2020. Diese fällt nach Angaben von Rüdisser „sehr positiv“ aus. Dennoch steht das Unternehmen vor großen Herausforderungen, die vor allem mit den hohen Grundstückspreisen und den stark gestiegenen Baukosten zusammenhängen. Aus diesem Grund wird das Bauprogramm im kommenden Jahr zurückgefahren. Es werden nur noch Projekte umgesetzt, die in der Planung schon weit fortgeschritten sind oder wenn Gemeinden dringenden Bedarf an gemeinnützigen Wohnungen anmelden, sagte Lorenz. Der Fokus liege dabei auf Vorhaben, die in der derzeit noch etwas kostengünstigeren Holzbauweise „Wohnen500Plus“ ausgeführt werden können.

Um 31 Prozent gestiegen

Der Geschäftsführer sprach am Montag von einer prekären Lage im Bezug auf den finanziellen Aufwand. So seien die Bau- und Grundstückskosten von 2015 bis 2020 um 31 Prozent gestiegen. Dieses Jahr habe es eine weitere Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gegeben. Die Grundstückspreise im Rheintal und Walgau lägen derzeit zwischen 800 und 1500 Euro pro Quadratmeter. Bei Umlegung auf die tatsächliche Nutzfläche entspreche dies einem Preis von 1000 bis 2400 Euro pro Quadratmeter. Dies seien Werte, die man vor noch nicht langer Zeit für die Gesamterrichtungskosten bezahlt habe, verdeutlichte Lorenz.

In Übersaxen gibt es seit heuer ebenfalls eine Vogewosi-Wohnanlage. <span class="copyright">Vogewosi (4)</span>
In Übersaxen gibt es seit heuer ebenfalls eine Vogewosi-Wohnanlage. Vogewosi (4)

Doch nicht nur beim Neubau sind die Vogewosi-Verantwortlichen mit einer Kostenexplosion konfrontiert. Auch die Finanzierung von umfassenden energetischen Sanierungen werde zunehmend schwieriger. Denn diese seien teuer, wobei die Kosten nicht auf die Mieten umgelegt werden könnten. Hier brauche es neue Wege wie etwa Förderungen in Form von Zuschüssen. Ebenso müsse man über Ersatzneubauten nachdenken. 2020 wurden insgesamt 18,4 Millionen Euro in Sanierungsmaßnahmen investiert. Als Beispiele nannte Lorenz neue Elektroanlagen, Gebäudeüberprüfungen oder auch Garagentoreneuerungen.

Ehemaliges Pflegeheim

Elf Wohnanlagen mit insgesamt 221 Wohnungen wurden 2020 von der Vogewosi neu errichtet. In Egg und Langen bei Bregenz war der gemeinnützige Bauträger erstmals tätig. Heuer sind mit Übersaxen und Zwischenwasser noch zwei weitere neue Kommunen hinzugekommen. In Zwischenwasser wurde dabei das denkmalgeschützte ehemalige Pflegeheim „Arkahus“ saniert. Zudem wurde daneben ein Neubau errichtet. Jeweils sechs Wohnungen stehen in den beiden Gebäuden zur Verfügung. Für 2022 sind fünf Wohnanlagen mit insgesamt 106 Wohnungen geplant. Mit Blons soll eine weitere – die 61. – Gemeinde dazukommen, in der die Vogewosi vertreten ist.

Ein besonderes Projekt war die Wohnanlage in Zwischenwasser. <span class="copyright">Vogewosi</span>
Ein besonderes Projekt war die Wohnanlage in Zwischenwasser. Vogewosi

Finanziell war 2020 trotz der Herausforderungen ein gutes Jahr für die Vogewosi. So wurde die Bilanzsumme auf 877,9 Millionen Euro (2019: 846,4 Millionen Euro) gesteigert. Das Eigenkapital legte von 283,0 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 295,1 Millionen Euro im Jahr 2020 zu. Auch der Bilanzgewinn konnte von 5,92 Millionen Euro auf 6,06 Millionen Euro gesteigert werden.

Solides Fundament

Vor allem das Eigenkapital ist aus Sicht von der Verantwortlichen ein solides Fundament. Gemeinsam mit den öffentlichen Geldern ermöglichten diese es, Neubauten und Sanierungen mit weniger Fremdfinanzierungen durchzuführen. Neben dem Eigenkapital verfügt die Vogewosi zudem über ein Sachanlagevermögen von 719,3 Millionen Euro. 183.100 Quadratmetern unbebauter Grundstücke stehen für die Realisierung von Projekten zur Verfügung.

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