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Feldkirch: Warum der Kaffeehaus-Streit weitergeht

21.12.2021 • 19:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wohn- und Geschäfsthaus samt Inventar des Café feuerstein nicht rechtskräftig unter Denkmalschutz gestellt. Stadt feldkirch bekämpft Bescheid. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Wohn- und Geschäfsthaus samt Inventar des Café feuerstein nicht rechtskräftig unter Denkmalschutz gestellt. Stadt feldkirch bekämpft Bescheid. Stiplovsek

Stadt Feldkirch legt Beschwerde gegen Denkmalschutzbescheid ein.

Das Verfahren zur Unterschutzstellung des Café Feurstein in Feldkirch geht wie erwartet in die zweite Instanz. Am Montag sprach sich das neunköpfige Stadtratsgremium mehrheitlich dafür aus, den Fall vor das Bundesverwaltungsgericht zu ziehen.

Wie berichtet hat das Bundesdenkmalamt (BDA) Ende November per Bescheid festgestellt, dass die Erhaltung des Wohn- und Geschäftshauses Schlossergasse 1 samt Inventar und wandfester Ausstattung des Café Feurstein im öffentlichen Interesse gelegen ist und deshalb unter Denkmalschutz gestellt wird.

Das Kaffeehaus-Mobiliar ist laut Bundesdenkmalamt von kultureller, historischer und künstlerischer Bedeutung.  <span class="copyright">marc lins</span>
Das Kaffeehaus-Mobiliar ist laut Bundesdenkmalamt von kultureller, historischer und künstlerischer Bedeutung. marc lins

Nicht gerechtfertigt

Die Liegenschaftsverwaltung der Stadt und der Großteil der Stadtratsmitglieder erachten den Bescheid als nicht gerechtfertigt. „Im Gegensatz zu den denkmalfachlichen Argumenten des von uns beauftragten Gutachters ist die Begründung des Bundesdenkmalamts schwach. Man hat sich inhaltlich nicht mit unserer Expertise befasst“, befindet der zuständige Stadtrat Benedikt König (ÖVP) auf NEUE-Anfrage.

Stadtrat Benedikt König (ÖVP). <span class="copyright">Privat</span>
Stadtrat Benedikt König (ÖVP). Privat

Gutachten

Privatgutachter Markus Kristan vermisst im Café Feurstein sämtliche Kriterien eines Wiener Kaffeehauses. Unter anderem seien die Räumlichkeiten viel zu klein und nieder, zudem befinde sich das Mobiliar „aufgrund der unsachgemäßen Bearbeitungen und Reparaturversuche in wesentlichen Teilen nicht mehr im Originalzustand“, heißt es in der Expertise.
Die Rechtsabteilung des BDA in Wien stellte allerdings zusammenfassend fest, dass die Gegenausführungen des Privatgutachters die Wertungen des Amtssachverständigen nicht entkräften konnten. Mit der Rechtsmittelerhebung beauftragt wird der Feldkircher Anwalt Georg Mandl, der die Stadt bereits im erstinstanzlichen Verfahren vertreten hat.

Grüne dagegen

Kulturstadträtin Laura Fetz (Die Grünen). <span class="copyright">Hartinger</span>
Kulturstadträtin Laura Fetz (Die Grünen). Hartinger

Wie berichtet wird das Kaffeehaus derzeit saniert. Die Kosten trägt das Immobilienunternehmen REI GmbH, das die Räumlichkeiten von der Stadt mieten und an die Gastronomin Waltraud Waldner untervermieten wird. Der Mietvertrag ist mit fünf Jahren befristet,, dürfte aber bei Bedarf wohl verlängert werden.

Sanierung läuft

Die zwei grünen Stadtratsmitglieder Laura Fetz und Clemens Rauch sprachen sich gegen eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht aus. „Für uns ist es unverständlich, dass die Stadtregierung sich gegen eine Unterschutzstellung durch das BDA wehrt, nachdem sie sich endlich dazu durchgerungen hat, das Kaffeehaus für die Allgemeinheit wieder aufzusperren“, teilt Kulturstadträtin Fetz mit.

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